Der ungeschlagenen Tabellenführer vom BSV machte sich am Samstag auf den Weg zum ärgsten Verfolger vom HV Wernigerode (nur eine Saisonniederlage aus dem Hinspiel). Die beiden besten Offensivreihen trafen auf die beiden besten Abwehrreihen der Oberliga der männl. A-Jugend des HVSA,eine mit 175 Zuschauern sehr gut gefüllte Halle und 2 erst- bzw. zweitligaerfahrene Schiedsrichter. Die Zutaten für ein absolutes Toppspiel waren vorhanden, nun mussten nur noch die beiden Teams liefern. Und sie lieferten. Es entwickelte sich über 60 Minuten lang ein enges, intensives, hartes, aber nicht unfaires und vor allen Dingen hochklassiges Handballspiel.
Der Start verlief jedoch äußerst unglücklich. Während des üblichen Abklatschen mit dem Gegner nach dem Anpfiff unterlief den Olvenstedtern ein technischer Fehler. Dies nutzten die Gastgeber und gingen mit 1:0 in Führung. Mit dem ersten Tor von Etienne Reek, dem besten Magdeburger Torschützen des Tages mit 9 Treffern, ging der BSV nach 5 Minuten seinerseits mit 3:2 in Führung. Eine 3-minütigeÜberzahl konnten die Magdeburger nicht nutzen, um den Vorsprung auszubauen. Der BSV baute die Führung jedoch nach 16 Minuten beim 9:6 erstmals auf 3 Tore aus. Doch bereits dort offenbarte sich bereits die Schwächen der Olvenstedter. In der Abwehr agierte man zu defensiv und ließ sich in den Kreis drängen. Die Folge waren 7 7-m gegen den BSV bis zur Halbzeit. Da half zunächst auch die Umstellung innerhalb der 6:0 Abwehr nicht. Im Angriff hielten sich die Olvenstedter an den Matchplan und versuchten aus der Nahwurfzone zum Erfolg zu kommen. Entweder scheiterte man zu häufig freistehend am Wernigeröder Torhüter oder man schloss unter starker Bedrängnis ab. Leider blieben die Pfeifen der ansonsten gut leitenden Schiedsrichter jedoch stumm und man begab sich schnell in den Rückzug. So konnte man die gefährlichen Gegenstöße der Wernigeröder fast vollständig unterbinden. Die Gastgeber versuchten es zwischenzeitlich mit einer Manndeckung gegen Lino Geckert, dem Spielmacher des BSV, den Spielfluss zu stören. Dies gelang jedoch nur bedingt, da der 7. Feldspieler seitens der Magdeburger zum Einsatz kam. Der BSV ging mit einer 17:16 Führung in die Halbzeitpause.
Der Start in die 2. Hälfte gehörte dem HV Wernigerode und die Olvenstedter lagen plötzlich nach 33 Minuten mit 17:18 hinten. Der BSV ließ sich jedoch nicht verunsichern und hielt an seinem Angriffskonzept fest. Die Umstellung der Abwehr in der 1. Halbzeit zeigte nun Wirkung. Die Defensive standnun deutlich besser und störte die Abläufe der Harzer bereits frühzeitig. Lennart Steinborn und Moritz Kriesch im Torkonnten nun mit einigen Paraden glänzen. So gingen die Olvenstedter Jungs mit einem 3:0 Lauf nun wieder ihrerseits nach 39 Minuten mit 22:20 in Führung. Bedingt durch einige überhastete Abschlüsse, ungenauen Pässen und kleine Verschnaufpausen für einige Spieler folgte nach dem 23:21 in der 41. Minute eine 6-minütige Torflaute des BSV. Der HV Wernigerode konnte dies jedoch nur für 2 eigene Treffer zum 23:23 Ausgleich nutzen. Nachdem die Olvenstedter 10 Minuten vor dem Ende mit 25:26 in Rückstand gerieten, nahm das Magdeburger Trainerduo seine zweite Auszeit, um den Angriff noch einmal neu einzustellen. Die Mannschaft wollte den Spielstand nicht nur verwalten, um den direkten Vergleich zu gewinnen, sondern wollte unbedingt auch das Spiel gewinnen. Lorenz Fäsche läutete von Linksaußen mit dem 26:26 nicht nur die Crunchtime ein, bei der sich zunächst kein Team absetzen konnte, sondern sorgte auch 5 Minuten vor dem Ende mit einem weiteren Treffer zum 29:28 zur erneuten Führung für den BSV. Da die Abwehr aufopferungsvoll und ballorientiert arbeitete, zwang man die Gastgeber nun immer wieder ins Zeitspiel und zu schwierigen Abschlüssen. Anton Kohlhas sorgte mit einem Doppelschlag 100 Sekunden vor dem Ende beim 31:29 für die Vorentscheidung. Felix Köhler machte dann 20 Sekunden vor Ultimo mit dem 32: 29 endgültig den Deckel drauf. Wernigerode verkürzte noch einmal zum 32:30 Endstand. Der HV Wernigerode hatte zwar mit Johann Hahne mit 19 Treffern den überragenden Spieler der Partie, am Ende setzte sich jedoch die breitere Spielanlage des BSV durch, bei dem die Wechselspieler den Stammspielern die wichtigen nötigen Pausen geben konnte. Der BSV bleibt damit verlustpunktfreier Spitzenreiter und baut den Vorsprung auf den HV Wernigerode 3 Spieltage vor dem Ende auf 4 Punkte aus.
BSV: M. Kriesch, L. Steinborn – L. Fäsche (3); L. Geckert(6); O.Schramm (2); E. Reek (9); A. Kohlhas (4); L. Otto (0); F. Adolf (0); Köhler (8 / 3 7m); L. Zenker (0)
Bericht Nico Geckert / Enrico Kriesch


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