SALM | BSV 93 Magdeburg – SV Oebisfelde 1895 30:29 (17:18)

„Ich hatte auf ein spannendes Spiel gehofft“, so 93-Trainer Thorsten Lantzsch nach dem Spiel seiner Mannschaft gegen den Tabellenführer aus Oebisfelde. Gespeist wurde die Hoffnung aus der zuletzt ansteigenden Formkurve seiner Jungs – mit zwei Auswärtssiegen in Landsberg und in Calbe hatten sie sich vom Negativtrend der Vorwochen befreit. Doch mit dem SV Oebisfelde kam der aktuelle Tabellenerste der Sachsen-Anhalt-Liga in die Einstein-Hölle.
Zwar hatte der BSV fast alle Kräfte an Bord, dennoch erwischten die Gäste den besseren Start ins Spiel. Das zwischenzeitliche 2:1 drehten sie in eine 3-Tore-Führung (2:5), die sie bis zum 8:11 halten konnten. Dem dynamischen Angriffsspiel des SV Oebisfelde, hatte die zu passive Deckung der Hausherren wenig entgegenzusetzen. Im Angriff waren die Magdeburger zwar aus dem Rückraum erfolgreich und kamen auch über den Kreis zu guten Abschlüssen, leisteten sich jedoch zu viele Fehlwürfe und technische Patzer. Um den Lauf der Gäste zu brechen, nahm Trainer Lantzsch die erste Auszeit und stellte die Deckung um. Damit schränkte sein Team nun die Erfolgsquote der Gäste stark ein, zwang den Favoriten zu Fehlern und erarbeitete sich selbst bessere Chancen. So gelang beim 16:16 durch Philipp Hügens 3. Treffer der Ausgleich. Allerdings reichte es noch nicht dazu, die Partie zu drehen. Das trotzdem herrschende Selbstvertrauen im BSV-Team zeigte der letzte Treffer der Halbzeit – Jakob Siebenwirth „tunnelt“ vom 7m-Punkt den Gäste-Keeper zum 17:18-Anschlusstreffer.
In der zweiten Halbzeit entwickelte sich dann ein intensives und spannendes Handball-Match, das die Zuschauer in der gut gefüllten Halle mitreißen sollte. Mit 2 weiteren Hügen-Treffern und einem Tor von Rückraum-Shooter Falko Nowak egalisieren die Hausherren immer wieder die Gäste-Führung, ehe in Unterzahl ein Siebenwirth-Treffer beim 21:20 endlich wieder die Führung brachte. Doch diese konnte die BSV-Sieben zunächst nur bis zum 24:23 verteidigen. Unnötige Zeitstrafen, Fehlwürfe und nachlassende Abwehrarbeit ermöglichten den Gästen einen 4-Tore-Lauf, wodurch der BSV 24:27 in Rückstand geriet. Die vielen eigenen Unterzahlsituationen schienen aber die 93er eher anzustacheln – John Bade und Falko Nowak trafen aus dem Rückraum und Florian Fredow „vernagelte“ das Tor. Aus dem Rückstand heraus wurde in der 58. Minute sogar die 29:28-Führung erzielt, die der Tabellenführer jedoch nochmals ausglich. In erneuter Unterzahl gelang dann aber das schon kaum noch für möglich Gehaltene – ein Gewaltwurf von Robert Reiske schlug links oben im Gäste-Tor zum entscheidenden 30:29 ein. Zweimal hatte der Gegner zwar noch die Gelegenheit zum Ausgleich, aber die BSV-Deckung und ein glänzend aufgelegter Florian Fredow hielten beide Punkte in diesem Krimi fest, so dass der Tabellenführer ohne Zählbares nach Hause fuhr.

BSV 93: Fredow, Kleineidam – Auerbach (2), Bade (4), Bischof, Hügen (5), Lärm (1), Lange, Nowak (6/2), Reiske (5), Siebenwirth (4/2), Schülke, Thiele (1), Völkel (1)