Text von Ole Holgerssohn / Foto von Martin Kruggel

Mit einem verdienten 20:28-Auswärtssieg (10:13) beim unmittelbaren Verfolger USV in Halle haben die Handballer des BSV 93 Magdeburg II ihren Tabellenplatz zwei in der Sachsen-Anhalt-Liga männliche Jugend C gefestigt. Der Punkteabstand zu den Hallensern konnte im Saison-Endspurt auf vier Zähler erhöht werden. An der Spitze rangiert weiterhin ungeschlagen der SC Magdeburg.
Der BSV spielte nach vorn kraftvoll und einfallsreich. Die Abwehr hinten stand wie selten zuvor fast über die gesamte Distanz geschlossen und konzentriert. Der Sieg hätte deutlicher ausfallen können. Aber der BSV wäre nicht der BSV, wenn es nicht auch Ungenauigkeiten, Aufgeregtheiten sowie den einen und anderen Alleingang gegeben hätte.
Der BSV startete bilderbuchgleich. Nach 37 Sekunden das erste Tor für die Magdeburger. Doch so schnell wollten sich die Hallenser nicht abschütteln lassen. Nach dem 1:1 warfen sie mit dem 2:1 auch ihre erste Führung. Der BSV hingegen schwächelte. In der Reihe gab es einen Wurf übers USV-Tor hinaus, eine zu weite Vorlage für den BSV-Sturm und einen BSV-Wurf in die Arme des USV-Schlussmannes. So gelang den Hallensern noch zweimal in der Anfangsphase ein Führungstreffer.
Nach dem 4:3 in der 8. Minute schaltete der BSV dann aber deutlich einen Gang rauf, spielte fortan durchgängig tempo- und vor allem auch sehenswert trickreich. Die zuvor kompakt agierende USV-Abwehr wurde weitgehend geknackt. Nach nur 14 Minuten beim Stand von 5:5 nahm der USV die erste Auszeit. Die Antwort des BSV darauf war jedoch mehr als unmissverständlich. Mit vier Toren in Folge ging es auf 5:9 rauf. Das Spiel bekam zunehmend Würze. Zwei Sieben-Meter für den USV innerhalb nur weniger Minuten waren Beleg dafür. Die Würfe waren zudem erfolgreich. Der BSV jedoch blieb unerschrocken.
Die Magdeburger hielten den Torevorsprung durchgängig bei drei und vier Treffern. Letzter Fels in der Brandung auf seiten des USV war nicht selten der Tormann, der wiederholt spektakulär mit dem Fuß klären konnte. Der BSV brillierte vor allem mit blitzsauberen Kontern, nicht selten von den Tormännern mit weiten Pässen nach vorn eingeleitet. Mit einem Stand von 10:13 ging es in die Pausenkabinen.
Vor allem in der zweiten Hälfte war die Überlegenheit des BSV in fast jeder Spielminute greifbar. Vom 12:16 in der 31. Minute ging es trotz BSV-Unterzahl binnen fünf Minuten mit fünf Magdeburger Toren in Folge auf 12:21 hoch. In der Schlussphase gab es dann wiederum drei Torwürfe für den BSV in Folge zum 20:28-Endstand.
Die Zuschauer sahen ein weitgehend frisches und zudem faires Spiel, geleitet von einem kompetenten Schiedsrichtergespann. Die Atmosphäre im Zuschauerblock durfte als angenehm empfunden werden. Und doch blieb auffällig, dass der BSV auch dieses Mal mehr Zeitstrafen kassierte als die Gegenmannschaft – und das, obwohl das Spiel sehr frühzeitig zugunsten der Magdeburger seinen Lauf nahm. Nicht wenige auf den Rängen fragten sich, warum trotz eindeutigen Torevorsprungs nach einem Schiedsrichterpfiff der Ball aggressiv weggestoßen oder aber in einem anderen Fall blindwütig nachgetreten werden musste. Das drohte auch sportliche Sympathien zu verspielen. Die Schiedsrichter waren zum Glück nicht nachtragend.
Beste Werfer auf BSV-Seiten waren einmal mehr Philipp Heine mit zehn Treffern und Kenneth Imm mit sechs verwandelten Bällen, davon einen Sieben-Meter. Besonderen Publikumsbeifall gab es für Dominic Bock, der viermal grandios mit dem Ball übers komplette Feld spurtete, dabei den kompletten USV-Kader foppte und letztlich den Ball sicher im Kasten versenkte.
BSV-93-Aufstellung laut Spielbericht: Matti Bittmann, Ole Paech – Dominic Bock (4), Julian Gebe (1), Tim Hampel (3), Philipp Heine (10), Kenneth Imm (6 – 1), Vincent Kruggel (1), Laurin Rockmann, Felix Scheerenberg (3). Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Dirk Heine, Michel Hohmann.