Sachsen-Anhalt-Liga mJC:
BSV 93 Magdeburg siegt mit facettenreichem Teamspiel

Text von Ole Holgerssohn / Foto von Dana Hohmann
Drittes Spiel und dritter Sieg für den BSV 93 Magdeburg in der Sachsen-Anhalt-Liga der männlichen Jugend C. Gegen den SV Eiche 05 Biederitz hieß es am Samstag (24.09.2016) vor heimischer Kulisse in der Sporthalle des Einstein-Gymnasiums nach 50 Minuten Spielzeit 36:24 für den BSV. Zur Halbzeit stand es 18:11.
Der BSV 93 bleibt damit vorerst ungeschlagen in der noch jungen Saison und belegt in der Sachsen-Anhalt-Tabelle Rang 2. Am Donnerstag (29.09.2016) kommt es in Magdeburg zum Spitzenduell beim ebenfalls verlustpunktfreien SC Magdeburg, der dank einer deutlich besseren Tordifferenz aktuell auf Platz 1 rangiert.
Der BSV begann gegen Biederitz temporeich. Nach 26 Sekunden fiel das erste Tor. Zwar gelang dem Gast umgehend der Ausgleich zum 1:1. Es sollte aber der einzige Torgleichstand des Spiels bleiben. Vielmehr holte Magdeburg schnell einen konstant zwei bis drei Tore zählenden Vorsprung heraus. Nach dem 7:5 zog der BSV binnen weniger Minuten auf 12:5 davon.
Galt es zu Beginn der Partie für die Magdeburger, einen kompakt stehenden Abwehrblock der Biederitzer zu überwinden, so bot sich mit fortschreitender Spielzeit viel Freiraum – den der BSV 93 facettenreich zu nutzen wusste: Blitzartige Konter und trickreiche Kombinationen hier, beherzte Würfe aus der zweiten Reihe und der entschlossene Kampf um jeden Ball da. Der BSV machte schnell klar, wer die Richtung vorgibt. Unbedingt erwähnenswert: Das BSV-Spiel bestach einmal mehr durch seinen Teamgeist. Nicht der Torwurf des Einzelnen stand im Mittelpunkt, sondern die gemeinsame Suche nach der Chance mit der größten Aussicht auf Erfolg. Das Ergebnis waren zahlreiche sehr sehenswerte Szenen und erfolgreiche Torabschlüsse.
Die Biederitzer standen von Anbeginn unter Strom, spielten aber insgesamt zu fahrig und ungenau. Viele ihrer Angriffe wurden von einer durchweg kompakt stehenden BSV-Abwehr kassiert, spätestens aber auf der Torlinie von einmal mehr sicher agierenden BSV-Keepern. Auch eine von den Gästen früh in Anspruch genommene Auszeit in der zwölften Minute mit entsprechend deutlicher Traineransprache vermochte den Hebel nicht umzustellen. Vielmehr mischten sich bei einigen Gästespielern Frust und vereinzelt Ruppigkeit ins Spiel. In die Pausenkabine ging es beim Stand von 18:11.
Die zweite Halbzeit begann wie die erste geendet hatte. Der Gastgeber spielte unvermindert druckvoll. Die ersten beiden Torwürfe gehörten dem BSV 93. Bis zur 32. Minute war Magdeburg mit einem Spielstand von 24:14 auf zehn Tore davongeeilt. Den Biederitzern gelang zwar zweimal kurz nacheinander mit Doppeltreffern den Torabstand leicht zu minimieren. Eine Trendwende jedoch gab es nicht. Beim Stand von 25:17 zog der BSV erneut an. Fünf BSV-Torwürfe in Folge bedeuteten das 30:17. Das Spiel war entschieden.
Und so kam es in der 41. Minute zum schier Unfassbaren. Ein historischer Augenblick für die BSV-Geschichtsschreibung: Trainer Jens Ziegler setzte sich auf die Bank, schlug die Beine elegant übereinander und ruhte wortlos in sich! Beobachter der Szenerie, die länger als eine Minute währte, waren sprachlos. Nicht wenige wollten so etwas wie Zufriedenheit ausgemacht haben. Einer meinte gar: „Du, der freut sich jetzt wirklich.“
Nach 50 Minuten hieß es 36:24 für den BSV. Laut Spielbericht gilt Philipp mit zwölf Treffern als Schützenkönig des Tages, gefolgt von Kenneth Imm und Felix Scheerenberg mit jeweils sechs Treffern. Beide Teams hatten jeweils drei Würfe vom 7-Meter-Punkt zuerkannt bekommen, wobei der BSV einen davon nicht verwandeln konnte. Aufseiten der Biederitzer gab es drei Verwarnungen und drei Herausstellungen. Der BSV kassierte zwei Verwarnungen und eine Herausstellung. Zur Bilanz gehört ebenso eine BSV-Schrecksekunde in der 45. Minute, als ein Schlussmann mit umgeknicktem Fuß das Spielfeld zur Behandlung verlassen musste. Nach Spielabschluss hieß es aber: „Keine Panik. Alles wird gut.“
BSV-Aufstellung laut Spielbericht: Tormänner Matti Bittmann und Ole Paech. Feldspieler: Philipp Heine (12), Kenneth Imm (6, davon ein 7-Meter), Felix Scheerenberg (6, davon ein 7-Meter), Laurin Rockmann (5), Vincent Kruggel (2), Jonas Wölkerling (2), Jonas Ahmed (1), Julian Gebe (1), Lukas Reimann (1). Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Dirk Heine und Sabine Knoblauch.