Von Ole Holgerssohn/ Foto: Archiv

Mit einem letztlich klaren 29:23-Sieg in der Sachsen-Anhalt-Liga männliche Jugend C haben die Handballer des BSV 93 Magdeburg die Weiche wieder auf Erfolg gestellt. Nachdem im Spiel zuvor eine schmerzhafte Auswärts-Niederlage gegen den Liga-Erstplatzierten SC Magdeburg zu ertragen gewesen war, vermochte der BSV am Sonntag (23.10.2016) vor heimischer Kulisse wieder zu punkten. Das sicherte den Magdeburgern mit nunmehr 8:2-Punkten Platz zwei der aktuellen Tabelle – nur einen fragilen Punkt vor Verfolger und Stadtrivale HSV Magdeburg.

Gastmannschaft am Sonntag war keine geringere als die JSpG Kühnau / DRHV 06 – eine Art Besten-Team aus Dessau. Hinter dem ungelenken Namens-Kürzel stecken nämlich genau genommen zwei Vereine: die Sportgemeinschaft Kühnau und der Dessau-Roßlauer Handballverein von 2006. Beide sind mit der aktuellen Saison eine gemeinsame Nachwuchsspielgemeinschaft eingegangen, was Siegchancen maximieren kann. So steht das Team aus Dessau nunmehr bei einem Spiel weniger als die Mitbewerber mit 4:4 Punkten auf Platz sechs der Liga-Tabelle.

Die Zuschauer in der Sporthalle des Einstein-Gymnasiums sahen ein von Anbeginn kampfstarkes Spiel mit reichlich Tempo. Den ersten Torwurf der Magdeburger konnte Dessaus Schlussmann noch abwehren, nach 29 Sekunden hieß es aber dennoch 1:0 für die Gastgeber. Eine Minute später folgte das 2:0. Doch die Dessauer kämpften zäh und ließen sich nicht wirklich abschütteln. Immer wieder gelang ihnen der Anschluss und Ausgleich. Nach einem 6:6 ging Kühnau-Dessau-Roßlau in der 10. Spielminute gar mit 7:6 das erste Mal in Führung. Das setzte zusätzliche Kräfte frei. Die Dessauer wirkten zusehends entschlossener, versorgten ihre agilen Führungsspieler erfolgreich mit cleveren Vorlagen. Doch in den Ehrgeiz der Gäste mischte sich auch Ungeduld und eine gehörige Portion Ruppigkeit bis bewusst gesetzte Provokation. Vier Herausstellungen allein in der ersten Halbzeit bei den Dessauern sind ein Spiegelbild. Kurz vor Ende der ersten Hälfte standen sechs BSV-Feldspieler vier Kühnauern gegenüber.

Die BSV-Jungs spielten weitgehend konzentriert. Mit einer insgesamt kompakten Verteidigung und schnellen Kontern nach vorn konnten sie das eine und andere Mal punkten. Nicht selten gelang auch ein frühes Stören des gegnerischen Spielaufbaus. Nach dem 10:10 in der 14. Spielminute schalteten die Magdeburger zudem einen Gang rauf und erhöhten binnen kurzer Zeit mit fünf Torwürfen in Folge auf 15:10. Genau diese Minuten sollten späterhin spielentschiedend sein. Beim Stand von 18:13 ging es in die Kabine.

Die zweite Halbzeit verlief aus BSV-Sicht eher durchwachsen. Einem schnellen Tor zum Auftakt folgten Minuten des sich-Haare-Raufens. Kühnau spielte nicht anders als in den ersten 25 Minuten, dem BSV fehlten hingegen verdammt oft das letzte Quäntchen Glück sowie Genauigkeit beim Torabschluss. So sahen die Zuschauer zwar weiterhin Freude bereitende BSV-Szenen mit gelungenem Kombinationsspiel und intelligenten Kontern, und doch verfehlte mehr als ein halbes Dutzend Bälle letztlich das Tor.

Kühnau wiederum biss sich über die gesamte Distanz vor allem an den BSV-Schlussmännern die Zähne aus. Sie parierten zwei sicher geglaubte 7-Meter-Würfe meisterlich und waren darüber hinaus agiler Fels in der Brandung, wenn die Verteidigung vor ihnen zu große Lücken ließ. Selbst dann, wenn ein Kühnau-Stürmer mit Wahnsinnstempo völlig ungestört allein vor den BSV-Kasten raste, war dies mitnichten eine Garantie. Die BSV-Keeper standen unbeeindruckt.

Insgesamt warfen die Magdeburger in der zweiten Halbzeit elf und Kühnau zehn Tore. Beim Stand von 29:23 ertönte der Schlusspfiff. Freude und Erleichterung beim BSV waren ebenso groß wie bei den Kühnau-Dessauern Ernüchterung und Enttäuschung.

Magdeburger Aufstellung laut Spielbericht: Philipp Heine (9 Treffer, davon ein 7-Meter-Wurf), Kenneth Imm (7, davon ein 7-Meter-Wurf), Laurin Rockmann (5), Felix Scheerenberg (3), Jonas Ahmed (2), Julian Gebe (1), Vincent Kruggel (1), Lukas Reimann (1), Jonas Wölkerling und die Tormänner Matti Bittmann und Ole Paech. Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Dirk Heine, Sabine Knoblauch.