Sachsen-Anhalt-Liga männliche Jugend C: Wenig Glanz und doch Torerekord gegen Wolfen – BSV 93 beendet Saison souverän als Vizemeister

Text von Ole Holgerssohn / Archivfoto von Ole Holgerssohn
Die Handballer des BSV 93 Magdeburg II haben gegen die HSG Wolfen 2000 mit einem 50:28-Kantersieg (24:11) ihre Saison in der Sachsen-Anhalt-Liga männliche Jugend C eindrucksvoll als Vizemeister beendet. Die Teilnahmen an der Norddeutschen sowie Mitteldeutschen Bestenermittlung sind damit für den BSV 93 gesetzt. Mit 30:6 Punkten landeten die Olvenstdeter letztlich komfortabel vor Verfolger USV Halle, der mit 26:10 Zählern vier Punkte weniger auf seiner Schlußrechnung hat. Unangefochter Saisonsieger wurde erwartungsgemäß der SC Magdeburg, selbst wenn der Club im abschließenden Spiel patzte und einen Punkt lassen musste. Die Saisonbilanz für den SCM lautet nach 18 Spielen 35:1 Zähler.
Das BSV-Saisonfinale fand am Samstag (11. März 2017) vor heimischer Kulisse in der Einstein-Sporthalle statt. Die aufspielenden Magdeburger gingen nach 20 Sekunden mit 1:0 in Führung. Der Gegenangriff der Wolfener scheiterte ebenso wie der nächste Sturm des BSV. Den Gästen gelang nach 1:45 Minuten ein 1:1-Ausgleich. Doch dann zogen die Magdeburger an, erhöhten binnen kurzer Zeit auf 4:1. Nach elf Minuten hieß es 12:2 für den BSV. Wolfen hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Spielfaden bereits verloren. Selbst eine erste Auszeit vermochte die Reihen bei den Gästen nicht mehr neu zu ordnen.
Die Magdeburger steuerten auf ihren höchsten Sieg der Saison zu. Sie verspürten Luft und Lust für Unkonventionelles. So wechselte Tormann Matti Bittmann nach nicht einmal 15 Minuten aufs Feld und verwandelte in der 20. Minute seinen ersten von insgesamt drei Bällen. Das gab Szenenapplaus.
Die Zuschauer sahen ein eindeutiges und doch nur punktuell glanzvolles Spiel. Der BSV triumphierte, musste sich dafür aber auch nicht wirklich strecken. Vielmehr gab es wiederholt auch Nachlässigkeiten und Eigenmächtigkeiten, die Tore und damit ein noch deutlicheres Ergebnis kosteten. Schon im Ansatz zum Scheitern verurteilte Würfe von extremsten Außenpositionen taten ihr übriges. Auch agierte die BSV-Abwehr wie mehrfach in der Saison gesehen löcherig wie ein kleiner Schweizer Käse. Tormann Ole Paech tobte mehr als einmal. Und doch war mit dem 24:11 zur Halbzeit mehr als eine Vorentscheidung gefallen.
Wolfen fand auch in den zweiten 25 Minuten nicht den Ansatz eines Rezeptes gegen einen solide herunterspielenden BSV. Tormann Ole passte wiederholt punktgenau in die Arme eines BSV-Angreifers, der den Ball nur noch ins Wolfener Tor schlenzen musste. Und so ging es über ein 29:14, 34:17 geradewegs auf die 40:21 und schließlich den Schlussstand von 50:28 zu. Das 50. Tor warf Julian Gebe, der zudem mit insgesamt 13 Treffern gemeinsam mit Felix Scheerenberg BSV-Torschützenkönig des Liga-Abschlusstages wurde. Wolfen schlich letztlich nur noch übers Feld. Aber auch den BSV-Jungs war anzusehen, dass 50 Minuten Aktivität ohne entscheidende Gegenwehr Kräfte binden und mächtig schlauchen kann.
Die Saison ist geschafft, der Turnieralltag beginnt. Doch der Trainer muss tapfer sein: Sowohl zur Norddeutschen als auch zur Mitteldeutschen Meisterschaft finden parallel Jugendfeiern seiner Spieler statt. Hier gilt es sportlich-fair tief durchzuatmen.
BSV-Aufstellung laut Spielbericht: Matti Bittmann, Ole Paech – Matti Bittmann (3), Julian Gebe (13), Michel Hohmann (2), Kenneth Imm (11 – 1), Laurin Rockmann (4), Felix Scheerenberg (13 -1), Jonas Wölkerling (4). Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Dirk Heine, Philipp Heine.