Text von Ole Holgerssohn / Foto von Doreen Ulrich

Das Unfassbare zuerst: Ein augenscheinlich glückseliger BSV-Trainer Jens Ziegler lobte sein Team nach nicht einmal 17 Minuten. Und das für geradezu jeden in der Dessauer Handball-Halle deutlich wahrnehmbar. Die einschneidenden Worte: „Gut gemacht!“ Wahnsinn! Glückwunsch, Trainer! Geht doch!
Und damit geht es dann auch los mit dem regulären Spielbericht:
Mit einem blitzsauberen 26:38-Auswärtssieg (11:21) in Dessau gegen die JSpG Kühnau / DRHV 06 haben sich die Handballer des BSV 93 II Magdeburg in der Tabelle der Sachsen-Anhalt-Liga männliche Jugend C um einen Platz auf Rang zwei vorgeschoben.
Die Magdeburger zählen nunmehr nach 14 Spielen 22:6 Punkte. Vor ihnen thronen allein die verlustpunktfreien Handballer des SC Magdeburg. Der bislang Zweitplatzierte, der USV Halle, kassierte am Wochenende beim HC Burgenland eine 24:18-Niederlage und fällt somit vorerst mit 20:8 Punkten auf Rang drei der Tabelle zurück.
Der BSV lieferte in Dessau eine kompakte Mannschaftsleistung ab, spielte von Anbeginn weitgehend konzentriert und zupackend. Schnell gingen die Gäste nach 44 Sekunden mit 0:1 in Führung. Zwar gelang den Dessauern in der 3. Minute mit dem 2:1 eine Führung. Es sollte aber der einzige kurze Augenblick bleiben, in dem der BSV ins Hintertreffen gelangen musste. Dem 2:2 nur 26 Sekunden später folgten sodann weitere vier BSV-Treffer am Stück und somit das 2:6 für die Magdeburger nach 6:35 Minuten. Entspannung im wiederum zahlreich mitgereisten Fan-Block.
Das Team der Muldestadt, gebildet mit Spielern von der Sportgemeinschaft Kühnau und vom Dessau-Roßlauer Handballverein von 2006, nahm eine erste Auszeit und setzte dann doch unmittelbar nach dem Anpfiff einen 7-Meter an den BSV-Pfosten. Die Magdeburger Handballer ließen sich das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen, auch wenn ihnen zwischenzeitlich nicht alles gelang und vor allem die Abwehr hin und wieder patzte. Aber die Dessauer konnten nur wenige der auf dem Tablett servierten Chancen wirklich nutzen. Und so ging es mit einem deutlichen 11:21 in die Pausenkabine.
In den zweiten 25 Minuten glänzte auf der Seite des BSV vor allem einer: Keeper Matti Bittmann. Erstmals in der aktuellen Saison hatte er wegen einer Erkrankung von Co-Tormann Ole Paech durchgängig 50 Minuten in einem Punktspiel im Kasten stehen müssen. Und ja, Matti brillierte. Er vereitelte wiederholt finale Bälle der Dessauer geradezu kaltschnäuzig. Dafür gab es von Herzen „Super – Matti – Super“-Gesänge.
Der Sturm der Magdeburger lieferte ebenso zuverlässig ab. Vor allem bemerkenswert war die Konzentration im BSV-Spiel nach vorn. Selten wurden Bälle unnötig hektisch verdonnert, vielmehr wurde in Ruhe und überlegt die wirklich optimale Chance gesucht und nicht selten klug herausgespielt. Die Zuschauer sahen Freude bereitende Kombinationen. Erst zum Ende der 50 Minuten zeigten sich auch auf BSV-Seiten Ermüdungserscheinungen. Aber das Spiel war entschieden.
Für die geschlossene Mannschaftsleistung des BSV sprach auch, dass alle Feldpspieler mindestens einen Treffer im Dessauer Kasten platzieren konnten. Torschützenkönig wurde Kenneth Imm mit zehn Treffern, wovon zwei Strafwürfe waren, gefolgt von Felix Scheerenberg mit sechs und Philipp Heine mit fünf versenkten Torwürfen.
Das Hinspiel gegen Dessau/Kühnau im Herbst 2016 hatte der BSV in heimischer Halle ebenso gewonnen, jedoch war der Abstand mit 29:23 deutlich geringer. Nicht wenige der Fans wollen nun hoffen, dass dies mit der über die Saison gesteigerten Leistungsdichte beim BSV zu tun hat. Das macht Mut und Vorfreude für die verbleibenden Spiele der Saison.
BSV-Aufstellung laut Spielbericht: Matti Bittmann – Julian Gebe (4), Dominic Bock (4), Felix Scheerenberg (6), Laurin Rockmann (4 – 1), Tim Hampel (4), Philipp Heine (5), Kenneth Imm (10 – 2), Lukas Reimann (1). Trainer: Jens Ziegler.