Text von Lenka Tellerova / Foto: Archiv

Tabellenzweiter beim Tabellenfünften: In der Sachsen-Anhalt-Liga der männlichen Jugend C haben die Handballer des BSV 93 II das Magdeburger Stadtderby beim HSV am Samstag (25. Februar 2017) mit 25:42 (10:20) klar für sich entschieden. Damit behauptet der BSV in der Liga-Tabelle seinen zweiten Platz hinter dem verlustpunktfreien SC Magdeburg. Die Teilnahme an der Mitteldeutschen Meisterschaft ist somit kurz vor Saisonende so gut wie sicher.

Bereits vor dem Anpfiff passierte für die Chronik Bemerkenswertes: Weil die Heimhalle des HSV – die Eike-von-Repgow-Sporthalle – anderweitig belegt war, wurde die Begegnung in der Sporthalle Sudenburg im Kroatenweg ausgetragen. Richtig: Damit fand das Hallen-Kuriosum um Auswärts- und Heimstandort eine Fortsetzung. Bereits beim Hinspiel gab es Hallenprobleme. Damals hatte der BSV Heimrecht, in der Sporthalle des Einstein-Gymnasiums jedoch fehlte der Strom. So fand das BSV-Heimspiel im November beim HSV-Gast in der Eike-von-Repgow-Halle statt. In der Sudenburger Sporthalle trainieren Mannschaften vom HSV ebenso wie vom BSV. Und so war das Derby für den BSV als Gastmannschaft am Samstag dann doch so etwas wie quasi ein Heimspiel.

Das Spiel in der Ausweichhalle in Sudenburg begann zunächst mit einem Abtasten auf beiden Seiten. Der HSV erzielte nach 19 Sekunden das 1:0, der BSV konnte aber umgehend ausgleichen. Zwar erhöhte der HSV sodann binnen weniger Minuten gar auf 3:1. Nach fünf Minuten aber gab es den aus BSV-Sicht erlösenden 3:3-Augleich. Der Knoten schien geplatzt zu sein. Nach achteinhalb Minuten und einem Spielstand von 3:6 zugunsten der Olvenstedter nahm der HSV eine erste Auszeit, jedoch ohne Auswirkung auf den weiteren Spielverlauf.

Ein Fest fürs Auge waren die wiederholt sauber gespielten langen Pässe vom BSV-Tor aus bis fast direkt vor den HSV-Kasten. Den in rot spielenden Olvenstedtern gelang es durch variables Angriffsspiel von allen Positionen Tore zu erzielen. Der Rückraum des HSV scheiterte immer wieder an den überragend agierenden Tormännern Ole Paech und Matti Bittmann. Beim Spielstand von 10:20 ging es in die Pause.

Auch in der zweiten Hälfte hielt der BSV den Gegner auf Distanz und baute seine Führung gar komfortabel aus. Nur etwa sieben Minuten vor Spielende gelang es dem HSV, den Abstand marginal von 19:35 auf 21:35 zu verkürzen. Doch dann warfen die Gäste den Turbo erneut an und knackten mit dem Endergebnis von 25:42 gar noch die 40-er-Marke.

Torschützenkönig des Derbys war Philipp Heine im BSV-Trikot mit 12 Treffern. Dominic Bock, der wenige Tage vor dem Spiel seinen 14. Geburtstag gefeiert hatte, bereitete sich mit spielmarkierenden Würfen gleich mehrere nachträgliche Geschenke: Dominic erzielte das erste BSV-Tor des Spiels: Er schaffte in der sechsten Minute den 3:3-Ausgleich, nachdem er gekonnt einen langen Pass von Torwart Ole angenommen hatte. Auch das Tor Nummer 40 sowie der letzte Treffer des Spiels überhaupt – also das 25:42 in der 49. Minute – gingen auf das Konto von Dominic.

Die 40er-Tore-Marke überschritten und 17 Tore Vorsprung – damit hatte wahrscheinlich auch Trainer Jens Ziegler nicht wirklich gerechnet. Und so glich sein Lob quasi einem Ritterschlag. Ziegler strahlte übers ganze Gesicht und formulierte aus der Tiefe seines Herzens: „War OK!“

Wermutstropfen der Begegnung und unnötig: Wiederholt gab es unschöne Szenen durch gezielte Schubsereien und unsportliche Attacken. Die Folge: Eine Verletzung am rechten Oberschenkel und eine blutende Nase auf BSV-Seite. Drei Zeitstrafen und zwei Verwarnungen für den HSV standen einer Verwarnung für den BSV gegenüber. Insgesamt bekam der BSV drei Sieben-Meter zuerkannt. Einer konnte durch Nachwerfen verwandelt werden.

Aufstellung des BSV 93 Magdeburg II laut Spielbericht: Matti Bittmann, Ole Paech – Dominic Bock (6), Julian Gebe (8), Tim Hampel (2), Philipp Heine (12), Kenneth Imm (7), Vincent Kruggel (1), Laurin Rockmann (2), Felix Scheerenberg (4). Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Dirk Heine, Jonas Ahmed, Michel Hohmann.