Text von Ole Holgerssohn/ Archivfoto von Dana Hohmann

In der Sachsen-Anhalt-Liga der männlichen Jugend C konnten die Handballer des BSV 93 II das Magdeburger Stadtderby gegen den HSV am Samstag (19. November 2016) mit 31:22 (14:12) klar für sich entscheiden. Der BSV bleibt damit in der Liga-Tabelle nach acht Spielen mit 14:2 Punkten auf Rang zwei, hinter dem weiterhin wacker verlustpunktfreien SC Magdeburg und vor dem USV Halle, der nach acht Spielen 12:4 Punkte zählt. Stadtrivale HSV Magdeburg rangiert aktuell mit 7:9 Punkten auf Tabellenrang sechs.
Der BSV war eigentlich Heimmannschaft. Gespielt wurde aber auswärts beim HSV. Grund: Der Heimhalle des BSV am Einstein-Gymnasium fehlte Strom. Und so zogen Mannschaft und Fans in die Eike-von Repkow-Halle.
Zunächst sah es alles andere als gut aus für den als Favoriten gestarteten BSV. Der HSV ging schnell in Führung und konnte diese auch zunächst behaupten. Der BSV agierte nach vorn hin zu ziellos. Zwar konnten die Rot-Grünen viele Chancen herausspielen, beim entscheidenden Abschluss waren sie dann aber zu unkonzentriert oder wurden vom Glück einfach verlassen.  Und so brauchte es acht Minuten und 48 Sekunden, ehe der BSV mit dem 5:5 das erste Mal ausgleichen konnte. Weitere lange acht Minuten brauchte es und die Olvenstedter konnten in der 16. Minute mit einem 8:7 erstmals in Führung gehen. Dann aber schien der Knoten geplatzt zu sein. Der BSV sollte seine Führung im weiteren Verlauf nicht mehr hergeben müssen. Vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit zeigte der HSV Nerven, leistete sich Abspielfehler und vergeigte wiederholt Torabschlüsse. Mit einem dennoch denkbar knappen 14:12-Vorsprung für den BSV 93 ging es in die Pausenkabine.
Glich die erste Halbzeit einer Zitterpartie, war in den zweiten 25 Minuten schon deutlicher klar, wer das Feld als Sieger verlassen würde. Gelang dem HSV ein Tor, antwortete der BSV zumeist mit zwei oder drei erfolgreichen Torabschlüssen in Folge. Atemberaubende sieben Minuten erlebten die Zuschauer etwa zur Hälfte der zweiten Halbzeit. Von 23:20 erhöhte der BSV mit vier Treffern in Folge auf 27:23. In der Schlussphase warfen die BSV-Jungs noch einmal den Turbo an und erhöhten mit drei verwandelten Bällen in Folge von 28:22 auf den 31:22-Endstand.
Beide Teams spielten bis in die Fingerspitzen leidenschaftlich, schenkten sich nichts. Für ein Stadtderby nicht ungewöhnlich, sondern geradezu zwangsläufig. Doch vor allem in der zweiten Halbzeit drohte die bis dahin auf beiden Fan-Seiten ausgelassene Stimmung mehr als einmal auch zu kippen. Wiederholt sahen Szenen auf dem Feld aus der Zuschauerperspektive unschön bis vorsätzlich grob unsportlich aus. Offene Meckereien häuften sich. Es gab gezielte Schubsereien und Extrem-Notbremsen vor dem Tor. Die Schiedsrichter hatten reichlich zu tun – die Zuschauer ebenso. Denn: Nicht jede Entscheidung der Referees hielt dem kritischen Auge der Fans stand. Unterm Strich bleibt: Handballspiel soll Sport und die Jugendlichen sollen gesund bleiben. Und zum Ergebnis: Der 31:22-Schlussstand wurde dem Spiel insgesamt gerecht.
Aufstellung BSV 93 Magdeburg II laut Spielbericht: Matti Bittmann, Ole Paech – Dominic Bock (6), Julian Gebe (3), Tim Hampel (1), Philipp Heine (11), Michel Hohmann (1), Kenneth Imm (5 – 1), Laurin Rockmann (2), Felix Scheerenberg (2), Louis Schneider. Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Dirk Heine.