Text von Ole Holgerssohn / Foto von Martin Kruggel

 

Ende gut, alles gut. Der BSV 93 II Magdeburg ließ im letzten Spiel des Jahres beim SV Eiche 05 Biederitz nicht wirklich etwas anbrennen und brachte letztlich sicher zwei Punkte mit nach Hause. Nach 50 Minuten stand es 28:35 (16:17). In der Tabelle der Sachsen-Anhalt-Liga männliche Jugend C bleibt damit fast alles wie es war: Der BSV rangiert mit 20:4 Punkten auf Platz zwei – zwei Zähler hinter dem Liga-Primus SCM, dessen Spiel am Wochenende nicht ausgetragen wurde, und zwei Punkte vor dem Drittplatzierten USV Halle. Biederitz steht trotz der Niederlage weiterhin auf Platz sieben. Der Tabellenrang für die BSV-Jungs darf als überaus erfreulich eingeschätzt werden. Glückwunsch!

Das Spiel in Biederitz hatte aus BSV-Sicht Licht und Schatten zugleich. Beide Teams vergaben ihre ersten beiden Torchancen gleichermaßen. Nach nur einer Minute der erste 7-Meter für den BSV, den Kenneth Imm in der ihm eigenen bestechend fragilen Art sicher verwandelte. Das war die 0:1-Führung für die Gäste. Sicherheit, Tempo und Kraft erlangte das Spiel des BSV dadurch jedoch mitnichten.

Weiter ging es mit vergurkten Würfen auf beiden Seiten. Kurz vor Ende der vierten Minute warf Biederitz mit dem 2:1 seine erste Führung. Das waren Schock und Beginn einer tiefschwarzen Phase für den BSV zugleich. Es sollte nämlich endlose 18 (!) Minuten dauern, ehe den Magdeburgern in der 22. Minute mit dem 15:15 endlich wieder ein Ausgleich gelang, kurz darauf mit dem 15:16 dann wieder die Führung.

In der quälenden Zeit bis dahin sahen die BSV-Fans viel Unnötiges: Pfosten- und Lattenknaller, unsaubere Zuspiele, vor allem aber Hektik, Hektik und nochmals Hektik. Warum? Niemand konnte es ergründen. Die Losung auf dem Feld schien in etwa so zu lauten: Haut den Ball weg, egal wohin, Hauptsache nur ganz schnell weg. Das erinnerte schon sehr an Gregs Tagebuch und den Stinkekäse. Niemand wollte ihn haben. Tore erzielten die Magdeburger so kaum. Nach dem 15:15-Ausgleich, dem 15:16 und dann 15:17 konnte Biederitz fast mit dem Pausenpfiff auf einen Halbzeitstand von 16:17 verkürzen.

Die zweiten 25 Minuten liefen für den BSV insgesamt besser, waren aber ebenso nicht wirklich gut anzusehen. Die Magdeburger zogen in knapp vier Minuten nach Wiederanpfiff auf 17:21 und später auf 18:24 davon. In Hälfte zwei kamen beide BSV-Tormänner zusehends besser ins Spiel. Sie retteten letztlich den Vorsprung, denn nach vorn gelang dem BSV weiterhin zu wenig. Es waren eher Lichtblicke, wenn Angriffsspieler auch einmal die in aussichtsreiche Position gelaufenen Flügelspieler sahen und dann auch noch bedienten. Trickreiche Kombinationen, schöne und vor allem sichere Pässe  waren kaum auszumachen. Und doch reichte es letztlich zu einem sicheren 28:35-Arbeitssieg.

Konnte an dieser Stelle beim Hinspiel gegen Biederitz im September 2016 noch voll des Lobes vermerkt werden, dass der BSV durch sein Teamspiel begeistert habe. So war jetzt von dieser Atmosphäre des „Einer für Alle und Alle für Einen“ nicht mehr wirklich etwas zu spüren. Nicht die gemeinsame Suche nach der besten Chance, sondern die Performance der Individualisten erschien spielbestimmend zu sein. Nur: Erfolgreich war dieses System nicht wirklich. Ersichtlich war aber auch, dass zum Jahresende durch die Vielfachbelastung der Jungs die Batterie irgendwie leer schien. Nicht vergessen werden durfte, neben drei- bis viermal Training in der Woche, ein und zwei Spielen jedes Wochenende haben die Jungs einen Hauptjob – und der heißt: Schule.

Nicht unerwähnt bleiben darf: Pluspunkt für die BSV-Fankurve: Zwei Trommeln – und das sogar mitunter in einem Takt -, ein Chor mit Fan-Jubel nach vorn und mit einer in der Liga in dieser Wucht unvergleichlichen Defence-Laola, wenn es galt nach hinten abzusichern. Die Biederitzer sahen sich genötigt, – offenbar in Ermangelung eigener Stimm- und Stimmungskraft – zum Äußersten greifen: Es gab von der Konserve eingespielte Jubelmusik. Nun ja, den größten Jubel gab es zum Schluss – bei den siegreichen Magdeburgern, und das von Herzen.

BSV-Aufstellung laut Spielbericht: Matti Bittmann, Ole Paech – Dominic Bock (5), Julian Gebe (1), Tim Hampel (3), Philipp Heine (12), Kenneth Imm (8 – 2), Lukas Reimann, Felix Scheerenberg (3), Louis Schneider (3). Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Dirk Heine, Sabine Knoblauch.