Ostdeutsche Bestenermittlung – BSV spielt sich in Top Five

Ostdeutsche Bestenermittlung – BSV spielt sich in Top Five 
Von Ole Holgerssohn
Das D-Jugend-Team des BSV 93 Magdeburg gehört zur Top Five der ostdeutschen Handball-Elite der Saison 2015/2016. Bei der traditionellen Bestenermittlung am Wochenende 18.-19. Juni in Dessau präsentierte sich die Truppe von Cheftrainer Jens Ziegler kämpferisch stark und beendete das Turnier mit insgesamt 14 Spitzenteams mehr als achtbar als beste Mannschaft aus Sachsen-Anhalt auf dem fünften Platz. Sieger in Dessau und damit Ostdeutschlands Handball-Nummer 1 in der D-Jugend der Saison 2015/2016 wurde das Team des SC DHfK Leipzig. Den zweiten Platz und darüber hinaus viele Sympathiepunkte des Publikums fuhren die selbst ernannten „Stiere“ des SV Mecklenburg Schwerin ein.
Für den BSV 93 geht eine nahezu historische, einmalig überragende Saison zu Ende. Mit dem Durchmarsch-Sieg in der Liga Nord, dem Titel als Landesmeister Sachsen-Anhalt sowie einem ersten Platz im Mai bei einem international besetzten, renommierten Turnier im sächsischen Aue hatten die BSV-Jungs so viele Trophäen ergattert wie in den Jahren zuvor keine andere D-Jugend-Truppe des Olvenstedter Ballsportvereins.
Für den Betrachter das eigentlich Überragende der zu Ende gehenden Saison aber waren nicht Pokale und Medaillen, sondern der alles überstrahlende Zusammenhalt der Truppe, die unbändige Spielfreude und nahezu grenzenlose Uneitelkeit der Sportler. Die D-Jugend des BSV – das sind eben nicht zwei, drei getrimmte Spieler-Stars und ansonsten ein Trupp von Wasserträgern. Hier ist ein eingeschworenes Team am Start, und das zudem mit der und in der Stärke von gut und gern zwei Mannschaften. Das hat es nicht immer einfach gemacht – für Spieler, Eltern und Fans, aber auch für das Trainergespann mit Jens Ziegler, Heike Bertram, Dirk Heine und Dennis Rödiger. Nicht jeder ist bei jedem Spiel zum Einsatz gekommen oder mit der subjektiv gefühlt angemessenen Zeit. Und doch galt immer: Egal, ob ganz jung und neu im Team oder „alteingesessen“ und vielleicht so etwas wie Leistungsträger – nur alle zusammen sind stark. Die Jungs haben gezeigt, dass das geht.
So muss auch erwähnt werden, dass parallel zu Dessau ein zweites Team aus dem D-Jugend-Trupp am Wochenende 18./19. Juni bei Sachsen-Anhalts größtem Feld-Handball-Turnier in Magdeburg am Start war und sich achtbart geschlagen hat. Platz 10 im Simba-Cup – zudem in der C-Jugend spielend – ist aller Ehren wert. Danke, Jungs.
Und doch war auch in Dessau mehr drin. Das Turnier war gut organisiert. Viele Ehrenamtliche waren am Start, ohne die eine solche Sportveranstaltung nicht durchführbar wäre. Die 14 Jugend-Mannschaften haben engagiert und mit viel Freude gespielt. Umso ärgerlicher war es aber, dass es der Veranstalter nicht vermochte, für diesen hochkarätig besetzten und prestigeträchtigen Ausscheid auch von Anbeginn entsprechend fachkundige und erfahrene Schiedsrichter zu verpflichten. Die Vorrunde unter Beteiligung des BSV 93 Magdeburg wurde zu Beginn durchweg von Schiedsrichtern geleitet, die spürbar überfordert waren. Unsichere Schiedsrichter lassen Spiele schnell zu einer Zufallslotterie werden, vor allem aber sind sie Einfallstor für Regelversetzungen. Beides war in Dessau zu beobachten. Gut, dass zur Hälfte der Vorrunde die Notbremse gezogen und das Schiedsrichterpersonal ausgetauscht wurde. Jedoch waren die Weichen zum weiteren Verlauf des Turniers da bereits gestellt.
Und dennoch überwiegt zum Saisonende bei Spielern, Trainern, Eltern und Fans die Freude. Der BSV 93 kann mit großem Selbstvertrauen in die Zukunft schauen.