Nordliga Männliche Jugend C gegen Barleben

Nordliga Männliche Jugend C
BSV 93 bezwingt Barleben sensationell – Emotionen pur

Emotionen pur gab es am Sonntag (3. April 2016) beim Spiel BSV 93 gegen den Barleber Handball Club in der Nordliga Männliche Jugend C. Barleben hatte das Hinspiel im November souverän mit 37:27 für sich entschieden. Wer nunmehr darauf spekulierte, dass der BSV die Revanche – zumal in heimischer Halle – mit einer Riesentruppe in Angriff nehmen würde, sah sich getäuscht. Trainer Jens Ziegler und Dirk Heine rückten mit genau acht Spielern an – mit sechs ausgewiesenen Feldspielern und den beiden Torhütern Matti Bittmann und Ole Paech. Auswechseloptionen fürs Feld? Sie waren zumindest nicht erkennbar. Die Gäste aus Barleben hingegen schöpften mit 14 gemeldeten Spielern das Reglement aus.

Der BSV eröffnete und warf nach nur 13 Sekunden sein erstes Tor. In einer von Anbeginn temporeichen Partie wusste sich jedoch zunächst kein Team abzusetzen. Nach gut acht Minuten stand es 5:4 für den BSV. Dann das erste Achtungszeichen der Magdeburger: Schnelle Konter und ein geradezu filmreifes Zusammenspiel der Sturmspitzen ließ den Torestand in nur zweieinhalb Minuten auf 9:4 für die Magdeburger hochschnellen.

Es kommt die elfte Minute und eine spektakuläre Auswechslung beim BSV: Tormann Matti kommt ins Spiel – geht aber nicht etwa zwischen die Pfosten, sondern agiert als Feldspieler. Barleben bekommt in den ersten 25 Minuten drei 7-Meter zuerkannt und verwandelt alle. Zugunsten des BSV zeigt der Schiedsrichter nur einmal auf den Punkt. Auch der Wurf sitzt. Die erste Halbzeit erscheint weitgehend ausgeglichen, mit Vorteilen für den BSV. Zur Pause steht es 18:14 für die Magdeburger. Entschieden ist das Spiel aber noch lange nicht.

Auch die zweite Hälfte startete mit einem Treffer für den BSV. In den nächsten Minuten fielen zunächst weitgehend ausgeglichen auf beiden Seiten Tore. Barleben konnte gar in der 36. Minute auf 22:25 leicht verkürzen.

Dann aber ist Schluss mit lustig. Der BSV wirft den Turbo an und zieht binnen weniger Minuten auf 29:22 davon. Eine Vorentscheidung scheint gefallen zu sein. Den Barleben-Spielern gehen auch zunehmend die Kräfte aus, Pässe werden unsauber geworfen oder nur schlecht angenommen. Das BSV-Team setzt hingegen ungeahnte Kräfte frei. Allein Tormann Ole pariert in den zweiten 25 Minuten zwölf (!) geradezu 100-prozentige Kracherwürfe, darunter einen vom Sieben-Meter-Punkt und einen Blitz-Konter mit freiem Wurf direkt von der Torraumlinie.

Der emotionale Höhepunkt des Spieles soll nach 45 Minuten und 25 Sekunden erfolgen. Wiederum steht BSV-Tormann Matti als Feldspieler auf dem Platz. Links außen spielend, bekommt er den Ball zugeworfen, zögert den Bruchteil einer Sekunde, täuscht an und schlenzt das Runde letztlich links unten in das Eckige. Tor! Wie cool war das denn?! Es steht 32:24 für die Heimmannschaft. Der BSV-Anhang steht Kopf: Jubel. Fangesänge. Auf der Seite mit den Barleben-Zuschauern eine tapfer bis zur 50. Minute stoisch schlagende Fan-Pauke.

Den wahren Paukenschlag aber setzt der BSV. Nach 50 Minuten steht es 36:25 für die Magdeburger. Ein Tormann, sechs Feldspieler und ein Tormann, der ein Feldspieler war, machen die Sensation perfekt. Trainer Jens Ziegler hat alles richtig gemacht. Es gibt Zuschauer, die wollen gar den Hauch eines leichten Lächelns in seinem Gesicht ausgemacht haben – nach dem Motto „Wusste ich´s doch!“. Richtig so. Mehr davon.

Torschützen laut Protokoll: Felix Scheerenberg (10, davon zwei Strafwürfe), Tim Hampel (8), Philipp Heine (8), Dominic Bock (4), Julian Gebe (3), Laurin Rockmann (2), Matti Bittmann (1).