Text von Ole Holgerssohn / Foto von Martin Kruggel
Schön geht anders. Der BSV 93 Magdeburg hat am Samstag (18. Februar 2017) sein Spiel in der Nordliga männliche Jugend C gegen den Ortsrivalen FSV 1895 Magdeburg souverän mit 37:28 (22:14) gewonnen. Und doch: Ein sehenswertes Spiel bekamen die Zuschauer in der Einstein-Sporthalle in Olvenstedt nicht geboten. Das lag aber weniger am Gastgeber BSV selbst. Vielmehr offenbarten die Fermersleber eine – diplomatisch formuliert – äußerst eigenwillige Spielweise. Es gab viele theatralisch angehauchte Fallübungen und mindestens genauso viele unfreiwillig komische Bodenberührungen der FSV-Spieler. Man hätte meinen können: Irgendwo muss doch die versteckte Kamera stehen. Nun ja, die B-Note stimmte also.
Doof nur: Die BSV-Spieler konnten mit dem Theater nur schwer bis gar nicht umgehen. Selbst die Schiedsrichter hatten so ihre Problemchen. So dümpelte das Spiel von Fallszene zu Fallszene und zog sich wie Kaugummi. Nicht wenige Zuschauer drohten mit vozeitigem Abbruch wegen endloser Ermüdung. Zum Glück hatte der BSV seine Riesen-Stimmungs-Trommel dabei.
Und doch ließen die BSV-Jungs auch nichts anbrennen. Mit 1:0 nach 1:22 Minuten in Führung gegangen, erhöte der Gastgeber nach knapp vier Minuten auf 4:1. Fermersleben war ohne Ersatzspieler angereist, so dass man auch Nachsicht hätte walten lassen können – wenn da nicht… ja, wenn da nicht die eineindeutigen Schwalben geflogen wären.
Der Beobachter wäre an dieser Stelle bereits am Ende – wären da nicht die beiden Tormänner des BSV. Richtig, auch die BSV-Truppe in der Nordliga hat jetzt ENDLICH (!!!) offenkundig durchgängig zwei Tormänner. Supergalaktisch genial. Maximilian bestritt sein zweites Spiel zwischen den Pfosten – und was für ein Spiel. Der Junge angelte geradezu abgebrüht zwei Gäste-Strafwürfe und brillierte auch ansonsten mit vier vom Beobachter als genial klassifizierten Paraden. Schlussmann Felix lieferte einmal mehr souverän ab und vereitelte ebenso mindestens sechs als eindeutig gesehene FSV-Torchancen. Und auch die BSV-Feldspieler waren nicht einfallslos. Sie spielten kompakt und bewiesen Langmut vor dem FSV-Kasten. Es wurde hin- und hergepasst ohne Ende. Und wenn sich die Lücke dann auftat, schlug der BSV gnadenlos zu. Zusammenfassung: Es passte!
Ein verdienter BSV-Sieg und eine Gastmannschaft FSV, die nicht wirklch ein Rezept zum Sieg in der Tasche hatte. Mit jeweils neun Treffern konnten sich Dominic Bock und Tim Hampel im BSV-Trikot als Werfer des Tages feiern lassen. Bei den Fermerslebern gehen 13 Tore allein auf das Konto ihres überstrahlenden Spielmachers.
BSV-Aufstellung laut Spielbericht: Felix Rademacher, Maximilian Pietsch – Dominic Bock (9 – 1), John Luc Hahn (1), Tim Hampel (9), Simon Heise (4), Vincent Kruggel (2), Jonas Wölkerling (8 -1), Michel Hohmann (2). Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Jens Wölkerling, Jonas Ahmed.