Text von Ole Holgerssohn – Foto von Thomas Pietsch

Der SC Magdeburg bleibt eine Klasse für sich. Auch im Rückspiel in der Nordliga männliche Jugend C hatte der BSV 93 Magdeburg das Nachsehen. Nach 50 Minuten hieß es am Samstag (28. Januar 2017) 35:28 für den Club (19:13). Im BSV-Fanblock wurden zuvor jeder Gleichstand und die insgesamt drei Führungstreffer frenetisch gefeiert. Am Ende blieb es dabei: Der BSV sieht den SCM siegen. Und doch bleibt auch richtig: Über weite Strecken machte der BSV wirklich keine schlechte Figur. Und der Toreabstand war gegenüber dem Hinspiel um bemerkenswerte zehn Treffer kleiner.
Das erste Tor nach 22 Sekunden warf der BSV. Die nächsten drei Bälle versenkte dann aber der SCM, der schneller ins Spiel fand und von Anbeginn einen Ehrgeiz an den Tag legte, der auch beängstigen konnte. Nach 2:24 Minuten der erste Sieben-Meter für dem BSV und das 3:2. Der Club drehte auf und zog auf bis zu 5:2 davon, ehe sich der BSV seiner Stärken besann und in Minute 4:57 auf 5:5 gleichzog. Frenetischer Beifall im BSV-Fanblock.
Beim 6:6 in der 8. Minute zeigte der SCM endgültig Nerven. Der Trainer nahm eine erste Auszeit. Danach ging der BSV sensationell mit 6:7 in Führung. Der SCM leistete sich zu diesem Zeitpunkt einfach zu viele Ungenauigkeiten. Schlechte Abschlüsse, die nicht nur den SCM-Fans die Haare zu Berge stehen ließen. Im BSV-Block keimte Hoffnung: Die Sensation lag in der Luft. Sollte ein Wunder gelingen? Unmöglich war gar nichts zu diesem Zeitpunkt zur Mitte der ersten Halbzeit.
Nach einem erneuten BSV-Führungstreffer zum 7:8 in der elften Minute schien dann aber das BSV-Pulver auch verschossen zu sein. Der SCM zog an und binnen zweier Minuten auf 12:8 davon. Der BSV gab nie auf. Und doch wurden die vielen Aktionen nach vorn nur selten mit einem erfolgreichen Torabschluss belohnt. Dazu spielte der SCM insgesamt zu effektiv. In die Pausenkabinen ginng es beim Stand von 19:13.
Die zweite Halbzeit bot wenig Überraschungen. Der SCM spielte solide, irgendwie abgezockt. Der BSV kämpfte tapfer stand sich aber auch selbst im Weg. Fehler und Ruppigkeiten auf beiden Seiten, dazu Schiedsrichter, die nicht alles sehen konnten. Die Niederlage vor Augen, wurde es im BSV-Fanblock lauter. Trockene Bemerkung eines Außenstehenden: „Hast Du schon einmal einen Schiedsrichter gesehen, der meckernden Fans nachgegeben hätte?“
Auf dem Feld kämpfte der BSV ohne Unterlass. Und doch war es so, als ob die Olvenstedter gegen eine gläserne Wand laufen würden. Irgendwie ging nichts so richtig. Bälle gegen den Pfosten, an die Latte, Schrittfehler. Beste Werfer im BSV-Team waren Louis Schneider und Jonas Wölkerling mit 12 und sieben Treffern. Den 35:28-Sieg des SCM können aber auch sie nicht verhindern.
Zum Schluss waren irgendwie alle mit sich im Reinen. Das Leben hat ja immer mehrere Wahrheiten – und jeder hat seine. Aber eines steht fest: Der BSV spielt in der Nordliga 2016/2017 eine grandiose Saison. Das Team braucht sich nicht zu verstecken. Und nicht oft genug kann erwähnt werden, dass der BSV über 50 Minuten genau einen Tormann zur Verfügung hat – sein Name: Felix Rademacher.
BSV-Aufstellung laut Spielbericht: Felix Rademacher – Dominic Bock (2), Tim Hampel (4), Simon Heise, Vincent Kruggel (2), Maximilian Pietsch (1), Finn Roediger, Louis Schneider (12 – 1), Jonas Wölkerling (7). Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Jens Wölkerling, Jonas Ahmed.