Nord-Liga mJC: Dieser SCM – BSV verliert, geht aber nicht unter – Am Ende ein Lied

Text von Ole Holgerssohn – Fotos von Dana Hohmann und Thomas Pietsch

Und wieder lief es nach dem Muster: Der SCM kam, sah und siegte. In der Nordliga männliche Jugend C musste sich der BSV 93 Magdeburg am Sonntag (23.10.2016) den Handballern des SC Magdeburg geschlagen geben. Nach 50 Minuten hieß es in der Magdeburger Einstein-Sporthalle 35:18 für den SCM und gegen den BSV 93.
Die Überlegenheit des Clubs gilt es unumwunden einzuräumen. Und doch gehört zur Wahrheit: Der BSV ist nicht in Grund und Boden gespielt worden – anders als es das Ergebnis auf den ersten Blick suggerieren könnte. Es gab vielmehr sehr sehenswerte Ansätze im BSV-Team, vor allem eine allzeit willensstarke Truppe, die niemals aufsteckte. Was offenkundig fehlte, waren im positiven Sinne gemeinsame Spielroutine, das blinde Vertrauen und eine Portion Selbstvertrauen. Die Truppe bräuchte zudem einen  Leitwolf, der führt, verteilt und ordnet. Aber: Die Saison ist jung. Nach dem Spiel ist vor dem Rückspiel.
Vor allem in der ersten Halbzeit sah es über weite Strecken so aus, als könnte den BSV-Jungs vielleicht doch eine kleine Überraschung gelingen. Die Gastgeber nutzten ihren Anwurf zur 1:0-Führung nach nur 53 Sekunden. Der wiederum in unschuldigem Weiß spielende Club brauchte lange vier Minuten, ehe ihm der erste Treffer zum 1:1 gelang. In der Folge übernahm der Gast zwar die Führung, konnte sich aber nicht wirklich freispielen. Die Olvenstedter hingegen blieben hartnäckig wie Kletten am Club, bestritten vor allem im ersten Drittel ihr Spiel vom Primus weitgehend unbeeindruckt. Der BSV ackerte, flitzte, störte – und doch war er nach vorn hin zu selten wirklich gefährlich, noch seltener erfolgreich.
Nach zehn Minuten und elf Sekunden stand es 3:5 gegen den BSV. Der Club zeigte Nerven. Ein Zwei-Tore-Vorsprung nach zehn Spielminuten? Das war dem Gäste-Trainer offenkundig zu wenig. Er nahm eine erste Auszeit, stellte um. Ein geschickter Schachzug mit schneller Wirkung, wie sich in den nächsten drei Minuten zeigen sollte. Der SCM erhöhte für sich auf 10:4. Die Fronten schienen geklärt zu sein.
BSV-Coach Jens Ziegler versuchte zwar noch einmal mit einer Auszeit nach 14 Spielminuten die BSV-Reihen neu zu ordnen. Aber wie nur? Eine erste Vorahnung und Verzweiflung waren spürbar. Der SCM hingegen hatte seinen Lauf in Richtung Sieg gefunden und ließ sich nicht mehr wirklich stoppen. Zur Halbzeit hieß es folgerichtig 11:16 gegen den BSV. Aber hallo – ein 5-Tore-Rückstand gegen den SCM, das fühlte sich an wie ein Fast-Unentschieden. Für Runde zwei schien zumindest noch etwas zu gehen, meinten zumindest die ewig unverbesserlichen Optimisten.
Die zweite Spielhälfte jedoch ging so etwas von deutlich auf das Konto des SCM. Das erste Tor warf der BSV, aber dannn… Mit 19 Club-Torwürfen gegenüber sieben verwandelten Bällen für die Rot-Grünen in den zweiten 25 Minuten war alles klar. Die 18:35-Heimniederlage für den BSV 93 wurde besiegelt.
Das Ergebnis ist dennoch kein Grund zur Selbstzerfleischung. Der BSV-Spielansatz stimmt nach wie vor. Mehr gemeinsame Spielpraxis wird auch mehr Verlässlichkeit, mehr Routine und mehr Selbstvertrauen bringen. Die Chancen dazu sind da.
Selbst nach und trotz der Niederlage ließen sich die Spieler vom Fanblock mit einem aufmunternden wie anerkennenden Beifall bedenken. Und dann das: Spieler und Fans stimmen gemeinsam ein ein fröhliches Lied an. Tormann Felix hatte am Spieltag Geburtstag. Glückwunsch! Das eine und andere gewichtige Geschenk hatte er sich in den 50 Minuten zuvor selbst gemacht. Er vereitelte einige sicher geglaubte SCM-Würfe. Hochachtung. Immerhin: Felix steht über die komplette Distanz im Tor – ganz allein.
Zur Tablle nach dem dritten Saisonspieltag: Der SCM belegt ungeschlagen Platz  2 in der Tabelle nach dem Team von Lok Stendal, das über das bessere Torverhältnis verfügt. Der BSV rutscht auf Platz sechs ab, verfügt aber mit 4:2 über den gleichen Punktestand wie der aktuell 3.-Platzierte.
BSV-Aufstellung laut Spielbericht: Louis Schneider (6, davon ein 7-Meter-Wurf), Jonas Wölkerling (4), Tim Hampel (3), Jonas Ahmed (2), Dominic Bock (1), John-Luc Hahn (1), Vincent Kruggel (1), Simon Heise, Michel Hohmann, Maximilian Pietsch, Lukas Reimann und Tormann Felix Rademacher. Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Jens Wölkerling, Dirk Heine.

 

Mehr Bilder: https://www.facebook.com/bsv93handball/posts/1146944058722901