Text von Ole Holgerssohn / Foto von Martin Kruggel 

Letztlich war es eine klare Sache: Die Handballer des BSV 93 Magdeburg verloren ihr Rückrundenspiel in der Nordliga männliche Jugend C am Sonntag (26. März 2017) beim HV Lok Stendal deutlich mit 32:27. Zur Halbzeit hatte es noch hoffnungsfroh 13:14 für die Gäste aus Magdeburg gestanden. Doch anders als im Hinspiel im Dezember, als die Magdeburger in heimischer Halle nach einem 15:16-Pausenrückstand letztlich einen 29:28-Wimpernschlagsieg einfahren konnten, musste der BSV 93 dieses Mal beide Punkte den Altmärkern lassen.
Der BSV 93 steht damit einen Tag vor Saisonschluss wie in Stein geschlagen mit 12:18 Punkten auf Rang sechs, vier Zähler hinter dem 5.-Platzierten HSV Haldensleben. Ein Sprung nach oben ist nicht mehr möglich. Aber auch ein Abrutschen auf Platz sieben droht nicht. Ortsrivale FSV Magdeburg liegt als aktuell 7.-Platzierter sechs Zähler hinter dem BSV.
Die Magdeburger Vorstellung in Stendal muss insgesamt als durchwachsen beschrieben werden. In der ersten Halbzeit waren Lichtmomente auzumachen. Sogar das Wunder von Stendal schien greifbar.
Der anwerfende BSV ging nach 16 Sekunden selbstbewusst mit 0:1 in Führung, kassierte aber auch umgehend den ersten Gegentreffer. Bis zum 3:3 ging es so weiter – ein Treffer hier, ein erfolgreicher Torwurf dort. Dann aber erzielte Stenal zwei Tore in Folge zum 5:3. Der BSV geriet ins Hintertreffen, ließ sich dennoch über lange Zeit nicht wirklich abschlagen. Fünfmal erzielten die Magdeburger in der weiteren Folge einen Ausgleich und nach dem 13:13 nur 40 Sekunden vor der Halbzeitpause gar das psychologisch goldwerte 13:14. Mit viel Zuversicht und manch Blütenträumen ging es in die Kabine.
Doch die zweite Hälfte konnte aus Magdeburger Sicht nicht verheerender starten. Stendal erzielte zunächst mit dem Anwurf den 14:14-Ausgleich. Innerhalb von nur fünf Minuten warfen sich die Gastgeber auf 19:14 regelrecht in Extase. Der BSV schien am Boden zerstört. Ein erfolgreicher BSV-Strafwurf konnte auf 19:15 verkürzen. Doch alle Messen waren gesungen. Stendal muss als das deutlich bessere Team der zweiten 25 Minuten gewertet werden. Die Magdeburger hingegen zeigten Nerven, spielten streckenweise aufgeregt wie im Hühnerstall. Dazu gesellte sich eine gehörige Portion Pech: Latte hier, Pfosten dort. Stendal sahnte dagegen ab. Der 32:27-Endstand ist neidvoll als gerechtfertigt einzuschätzen.
Das junge BSV-Team – elf der zwölf zum Match gemeldeten Spieler sind Jahrgang 2003 – verlor gegen eine durchgängig ältere Stendal-Truppe – elf der 13 auf dem Spielbericht geführten Spieler wurden 2002 und damit ein entscheidendes Jahr eher geboren.
Insoweit blieb in Stendal ein Wunder aus. Ein Fiasko war diese Niederlage dennoch nicht. Immer wieder sehenswert, dass sich der BSV auch bei deutlich verfestigendem Rückstand nicht aufgibt, sondern kämpft. Lobenswert ausdrücklich auch die Einstellung der Keeper, die nicht aufstecken. Weitere zielstrebige und durchgängige Ausbildung wird zu sichtbaren Erfolgen beitragen.
BSV-93-Aufstellung laut Spielbericht: Felix Rademacher, Maximilian Pietsch – Jonas Ahmed (2), Dominic Bock (4), John Luc Hahn (3), Tim Hampel (1), Simon Heise, Michel Hohmann (1), Vincent Kruggel, Lukas Reimann, Louis Schneider (8 – 3), Jonas Wölkerling (8). Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Jens Wölkerling, Ole Paech.