von Ole Holgerssohn
Hier ist einfach jedes Superlativ zu klein: Die D-Jugend-Handballer des BSV 93 Magdeburg haben am Samstag (4. Juni 2016) die Landesmeisterschaft Sachsen-Anhalt für sich entschieden. Im Final Four in Halle (Saale) setzten sich die Magdeburger Jungs nahezu unbeschwert durch und siegten letztlich in drei Spielen mit mit 6:0 Punkten sowie 73:43 Toren. Damit kommt Sachsen-Anhalts bestes Handball-Team der Saison 2015/2016 in der D-Jugend aus Magdeburg. Zuletzt war dem  Ballsportverein aus Olvenstedt ein solcher Sieg 1999 gelungen.
BSV-Präsident Oliver Scheerenberg konnte den Triumph dann auch kaum fassen: „Die Jungs haben eine glanzvolle Saison hingelegt. Sie haben die Nordliga nahezu unangefochten mit 46:2 Punkten beherrscht. Dann unlängst der grandiose Sieg beim international besetzten Turnier im sächsischen Aue. Nunmehr also bestes D-Team in Sachsen-Anhalt. Das spricht für eine engagierte und erfolgreiche Nachwuchsarbeit beim BSV 93. Danke an alle Aktiven, an alle Unterstützer sowie an die jedes Wochenende unendlich engagierten Eltern. Ohne Euch alle wäre alles nichts.“
Wissen muss man: Im BSV-Fanblock in Halle wurden sensationell zwei Trommeln und die Präsidenten-Pauke geschlagen. Dazu überstrahlte in der Universitätssporthalle ein kreativ gestaltetes BSV-Fan-Transparent alle anderen Accessoires. Und keine andere Mannschaft hatte derart viele Fans in Mannschafts-Trikots dabei. Kein Wunder: Hatte der BSV doch eigens einen Bus für die Fahrt von der Elbe an die Saale geordert, damit wirklich kein Fan hatte zu Hause bleiben müssen. Genial!
Im Finale um die Landesmeisterschaft spielten die Rot-Grünen aus Magdeburg gegen den Sieger der Liga Süd, den USV Halle, sowie die jeweils Zweitplatzierten von Anhalt- beziehungsweise Nord-Liga, HG 85 Köthen und SV Eiche 05 Biederitz. Der BSV konnte alle drei Partien für sich entscheiden. Das nennt man: Klare Sache!
Gleich das erste Spiel gegen den Universitätssportverein Halle gab eine Vorahnung. Das Team aus der Kultur-, Universitäts- und Sportstadt Halle hatte zu keiner Zeit eine reale Chance gegen die kernigen Kerle aus dem bunten Magdeburg. Der BSV ging nach nur wenigen Sekunden mit 1:0 in Führung, erhöhte schnell auf 3:0 und war bis zur Halbzeit auf komfortable 14:5 davongezogen. Auch die zweite Häfte wurde seitens der Magdeburger überlegen gespielt. Der 21:11-Schlussstand fiel zu recht deutlich aus.
Spannender dann das Spiel gegen die HG 85 Köthen. Der BSV 93 quälte sich förmlich durch die erste Halbzeit. Zwar führten die Magdeburger durchgängig, doch wuchs der Abstand zur HG Köthen lange Zeit nicht über zwei Tore hinaus. Zu viele Angriffe der Magdeburger wurden unmittelbar vor dem Köthener Tor vergeigt. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff konnte der BSV wie aus dem Nichts auftrumpfen und ging letztlich mit 10:6 in die Kabine. Und auch die zweite Hälfte kannte allein einen Favoriten: Der Endstand von 21:13 für die Olvenstedter aus Magdeburg ging mehr als in Ordnung.
Emotionaler Höhepunkt aus BSV-Sicht war zweifelsfrei das Match gegen den SV Eiche 05 Biederitz. Die Zweitplatzierten der gemeinsamen Nordliga hielten über weite Strecken selbstbewusst mit. Letztlich siegte der BSV aber auch hier überzeugend mit 31:14. Hochachtung und Glückwunsch aber dennoch an die Biederitzer – und dann auch gleich an den BSV. Die Atmosphäre zwischen den Teams war mehr als angenehm, nichts zu spüren war von der in der zu Ende gehenden Saison bisweilen inszenierten bis künstlich kultivierten harten Rivalität. In Halle standen Biederitz und Magdeburg dicht beieinander – auch beim Eisschlecken. Nicht nur sehr sportlich!
Zum Schluss streckten die Magdeburger den Landesmeister-Siegpokal in die Höhe. Mamma mia – der Jubel kannte keine Grenzen. Die Busfahrt gen Magdeburg wurde zu einer grandiosen Siegfeier. Kein hässlicher Ton! Als sachsen-anhaltischer Landesmeister hat der BSV 93 Magdeburg zugleich die Fahrkarte zur ostdeutschen Bestenermittlung gelöst, die Mitte Juni in Dessau stattfinden wird.
Aktive BSV-Spieler und Trainer bei der Landesmeisterschaft (alphabetisch): Matti Bittmann, Domenik Bock, John Luc Hahn, Tim Hampel, Philipp Heine, Michel Hohmann, Kenneth Imm, Vincent Kruggel, Ole Paech, Felix Rademacher, Lukas Reimann, Laurin Rockmann, Felix Scheerenberg, Jonas Scheerenberg, Louis Schneider sowie Cheftrainer Jens Ziegler und Co-Coaches Dirk Heine und Heike Bertram.