Hurra, wir fahren zum Final Four nach Halle

Hurra, wir fahren zum Final Four nach Halle – Männliche D-Jugend des BSV 93 brilliert in Zwischenrunde zur Landesmeisterschaft
Von Ole Holgerssohn
Die Mission Landesmeisterschaft hat Fahrt aufgenommen für die D-Jugend-Handballer des BSV 93 Magdeburg. In der Zwischenrunde am Sonntag (22. Mai 2016) bezwang das Siegerteam der Liga Nord in heimischer Halle in Magdeburg die drei angereisten Konkurrenten weitgehend problemlos. Mit 6:0 Punkten und 86:49 Toren geht der BSV 93 Magdeburg als Favorit in das „Final Four der Landesmeisterschaft“ am 4. Juni in der Universitätssporthalle in Halle (Saale).
Im Finale treffen die Magdeburger auf den USV Halle, der die Zwischenrunde Anhalt mit zwei Siegen und einem Remis für sich entscheiden konnte. Ebenso in Halle dabei ist ein guter Freund aus der Nordliga: Der SV Eiche 05 Biederitz hatte sich in der Zwischenrunde glücklich mit nur einer Niederlage und zwei Siegen auf Platz zwei schieben und damit das Ticket zum Finale lösen können.
Großer und zudem tragischer Verlierer der Zwischenrunde Anhalt war die SG Kühnau, die nach einer überragenden Saison mit 40:0 Punkten als bis dahin ungeschlagener Sieger der Anhalt-Liga zum Turnier gefahren war, die Heimreise dann aber mit leeren Händen hatte antreten müssen. Zunächst scheiterten die Kühnauer mit 25:26 denkbar knapp an der SV Eiche 05 Biederitz. Im zweiten Spiel gegen den USV Halle musste die SG Kühnau dann ein unglückliches 14:14-Unentschieden schlucken. Damit war der Traum von der Finalteilnahme geplatzt.
Die Zwischenrunde Nord in der Sporthalle des Magdeburger Einstein-Gymnasiums kannte einen eindeutigen Sieger: Die Jungs des BSV 93 spielten selbstbewusst, konzentriert und bisweilen erfrischend trickreich auf. Die Chancenverwertung ließ dennoch mehr als einmal zu wünschen übrig. Zwischenzeitlich schien gar so etwas wie ein Fluch über dem BSV-Spiel zu liegen. Das Runde wollte einfach nicht in das Eckige. Dem Trainer Jens Ziegler schwoll mehr als einmal die Halsschlagader bedrohlich an.
Hinten sicherten die Tormänner gewohnt souverän ab. Fast schon zum Standard gehört, dass Matti Bittmann mindestens einen Sieben-Meter-Wurf des Gegners pro Spiel vereitelt. Dramatische Szenen dann aber im Spiel gegen die HG 85 Köthen: Tormann Ole Paech bekam zunächst einen Knaller ins Gesicht, wenige Minuten später in den Unterbauch. Der Keeper ging zu Boden, lag für einige Sekunden regunglos, setze das Spiel dann aber zunächst – wenn auch sichtlich benommen – fort. Doch es ging nicht mehr. Der Tormann musste das Turnier verletzt vorzeitig beenden. Er wurde durch Felix Rademacher ersetzt, der ebenso einen guten Job machte.
Das BSV-Team im Feld wirkte isgesamt ausgeschlafener und sieghungriger als die Konkurrenz. Während den Gegnern zusehends die Puste ausging, trumpften die BSV-Spieler gerade in Halbzeit zwei noch einmal richtig auf – eigentlich untypisch, aber wahr. Offenbar wurden sie auch von den engagiert unterstützenden Fans, die mit neuer BSV-Trommel am Start waren, förmlich zu den Siegen getragen.
Dabei waren die BSV-Gegner der Landesliga-Zwischenrunde allesamt nicht irgendwer, sondern Spitzenteams ihrer jeweiligen Ligen. Der HC Burgenland etwa, den der BSV mit 33:14 bezwang, landete in der Liga Süd hinter einem unangefochten siegenden USV Halle auf Platz zwei mit 31:5 Punkten – wobei zwei Spiele gegen den Champion USV Halle verloren gegangen waren. Die HG 85 Köthen, die in der Zwischenrunde gegen den BSV eine 16:28-Niederlage hinnehmen musste, hatte die Anhalt-Liga mit insgesamt elf Teams auf Platz zwei beendet. 35:5 Punkte bedeuten, dass Köthen allein gegen die letztlich siegreichen Handballer der SG Kühnau das Hin- und Rückspiel verloren hatte und aus einer Begegnung mit Wolfen nur einen Punkt mit nach Hause bringen konnte.
Allein die TSG Calbe, nahezu makelloser Sieger in der Liga West, machte es dem BSV 93 nicht ganz so einfach. Das Leistungsniveau schien auf etwa gleicher Höhe zu sein. Mit 25:19 entschieden die Rot-Grünen das Match aber dennoch für sich. Calbe hatte in seiner Liga West ähnlich wie der BSV 93 in der Nordliga allein einmal gepatzt – ebenso wie die Magdeburger gegen eine Mannschaft aus dem deutlichen Mittelfeld. Ilsenburg, Elfter der West-Tabelle, versaute den Calbensern eine blütenweiße Weste. Den Liga-Sieg fuhr die TSG Calbe mit 42:2 Punkten und 697:333 Toren dennoch souverän ein. Der Verfolger, der HC Alligators Aschersleben, folgte mit Abstand mit 34:10 Punkten. In Magdeburg war dann aber für Calbe alles zu Ende. Das Spiel gegen Köthen verlor Calbe denkbar knapp mit 17:19. Zwei Niederlagen waren eine zuviel. Das Finale zur Landesmeisterschaft Sachsen-Anhalt der Handball-Jugend-D in Halle findet ohne den Erstplatzierten der Liga-Süd statt.
In das Finale um die Landesmeisterschaft geht der BSV 93 Magdeburg – zumindest vom Papier her – als Favorit. Gewonnen haben die Magdeburger aber noch längst nicht. Die HG 85 Köthen als Zweitplatzierte aus der Magdeburger Zwischenrunde streben mit Sicherheit eine Revanche für das verlorene Match an. Zur Rivalität von Magdeburg und Halle muss an dieser Stelle nichts geschrieben werden. Der USV Halle sieht sich insoweit auf jeden Fall ebenso als heißen Titelanwärter. Und dann ist ja da noch der SV Eiche 05 Biederitz, der mit 43:5 Punkten als sicherer Zweitplatzierter der Nordliga allein gegen den BSV 93 zweimal schmachvoll gescheitert war. Wenn das kein Ansporn ist, in Halle verlorene Rechnungen zu begleichen? Ein spannendes Finale steht also bevor.
Zur Zwischenrunde in Magdeburg muss auf jeden Fall noch erwähnt werden: Die BSV-Eltern haben sich, koordiniert von Familie Hampel, mächtig ins Zeug gelegt: Selbst gebackener Kuchen, geschmierte Brötchen, Würstchen, Kaffee, Kaltgetränke in allen Farben und Zusammensetzungen sowie Gummibären – die Gäste fühlten sich herzlich willkommen und gut bewirtet. Danke dafür.
Spieler und Trainer der Zwischenrunde zur Landesmeisterschaft (alphabetisch): Matti Bittmann, Domenik Bock, John Luc Hahn, Tim Hampel, Philipp Heine, Michel Hohmann, Kenneth Imm, Vincent Kruggel, Ole Paech, Felix Rademacher, Lukas Reimann, Laurin Rockmann, Felix Scheerenberg, Jonas Scheerenberg, Louis Schneider sowie die Trainer Jens Ziegler und Dirk Heine.