Text von Ole Holgerssohn / Foto von Martin Kruggel

Die Negativserie beim BSV 93 Magdeburg zum Saisonende in der Nordliga männliche Jugend C will nicht enden. Die 37:14-Pleite beim Barleber HC vom Samstag (18. März 2017) bedeutete die dritte Niederlage in Folge. Der BSV rutschte damit in der Tabelle mit 12:16 Punkten auf Rang 6 – zwei Zähler vom 5. Rang entfernt und drei Punkte von Platz 4.

Am ersten Aprilwochenende stehen die letzten beiden Spiele der Saison an. Zunächst kommt Tabellen-Schlusslicht Lok Stendal II in die Einsteinhalle nach Magdeburg, was als lösbare Aufgabe eingeschätzt werden darf. Am Tag drauf muss der BSV in die Altmark zur ersten Mannschaft von Lok Stendal, die aktuell souverän auf Tabellenplatz vier steht und damit nicht ohne Weiteres zu knacken sein wird.

Das Spiel gegen Barleben darf und muss als deutlich missraten eingeschätzt werden. Ein Sieg gegen die mit 26:2 Zählern vor dem SCM in der Tabelle führenden Barleber erschien – fachkundig erörtert – zwar nicht als realistisch. Eine derart deutliche Klatsche mit mehr als 20 Toren Differenz war jedoch ebenso nicht wirklich erwartet worden.

Der BSV fand einfach nicht in (s)ein Spiel. Vielmehr tat beinahe jede Minute weh! Im gewohnt stark mitgereisten BSV-Fanblock machten sich nach dem schnell geplatzten Traum vom Unvorstellbaren zunächst ungläubiges Staunen, dann hilflose und bisweilen lautstark artikulierte Wut gegen alles und jeden breit. Letztlich gab es einfach nur blanke Ratlosigkeit und unendliches Mitleid für sich selbst und für die Mannschaft. Am liebsten hätten die Fans jeden einzelnen Spieler in den Arm nehmen und trösten wollen. Und so standen nach den 50 bitteren Minuten fast alle BSV-Anhänger wie von selbst auf und beklatschten ihre Jungs. Kopf hoch! Eine Niederlage – zumal gegen den Tabellen-Ersten – ist keine Schade. Weiter geht´s!

Bereits in den ersten Spielminuten war klar, dass der BSV in Barleben nur wenig bis gleich gar nichts wird bestellen können. Einer nach dem nächsten Angriff der Magdeburger ging ins Leere. Barleben dagegen lieferte ab, agierte bis in die Fingerspitzen konsequent. So hieß es nach fünf Minuten 4:0. Dann der erste Treffer für den BSV – sehenswert, weil die Magdeburger an dieser Stelle konzentriert bis cool ihre Chance herausspielten. Man hätte meinen können: Jetzt geht es los.

Aber weit gefehlt. Der BSV agierte hektisch, Pässe gelangten zu oft auf direktem Weg in gegnerische Hand. Barleben dagegen spielte durchweg abgezockt, ließ dem BSV kaum einen Millimeter Raum. Dass die eine und andere schauspielerische Einlage der Barleber den BSV-Fanblock zum Brodeln und das Schiedsrichtergespann an den Rand des Überblicks brachte, sei hier allein als Randnotiz vermerkt.

Insgesamt spielte der BSV zu statisch, Innovatives und erfrischend Überraschendes waren nur selten auszumachen. Daran änderten die wiederholt von Trainer Jens Ziegler in Anspruch genommenen Auszeiten auch nichts. Nach dem 11:5 dauerte es geschlagene fünf Minuten, eher der BSV ein sechstes Tor verwandeln konnte. Barleben hatte sein Konto unterdessen auf 17 Treffer erhöht. Zur Halbzeitpause stand es 19:8.

Die zweite Häfte brachte aus BSV-Sicht kaum Erhellendes. Barleben machte weiter sein Ding. Geradezu spielerisch-locker-flockig ging es vom 21:10 auf ein 28:10 hoch. Angemerkt werden muss aber auch: Die Magdeburger schienen an diesem Tag von der Pechmarie verzaubert worden zu sein. Louis Schneider setzte mehrfach beherzt aus der zweiten Reihe an, scheiterte aber wiederholt tragisch. Seine schier übersprudelnde Energie in Tore umzuwandeln wusste hingegen Tim Hampel. Mit fünf Treffern wird er im Spielbericht als Torschützenkönig im BSV-Trikot geführt, gefolgt von Jonas Wölkerling mit vier Torwürfen – davon einer vom 7-Meter-Punkt.

Übrigens: Das Hinspiel im November 2016 beim BSV in Magdeburg ging mit 19:36 (20:8) für Barleben aus. Das als Maßstab genommen, ist jetzt wirklich nichts Überraschendes und schon gleich gar nicht Niederschmetterndes passiert. Realität kann einfach nur grausam sein.

BSV-Aufstellung laut Spielbericht: Felix Rademacher, Maximilian Pietsch – Dominic Bock (1 – 1), John Luc Hahn (2), Tim Hampel (5), Simon Heise, Michel Hohmann (1), Vincent Kruggel, Lukas Reimann, Louis Schneider (1), Jonas Wölkerling (4 – 1). Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Jens Wölkerling, Sabine Knoblauch.