Handball Nord-Liga mJC: BSV 93 verliert gegen Barleber HC – Viele negative Schwingungen

Text von Ole Holgerssohn / Fotos von Dana Hohmann und Martin Kruggel
Der BSV 93 Magdeburg hat in der Nordliga männliche Jugend C eine herbe Heim-Niederlage gegen den Barleber HC einstecken müssen. Am Samstag (5. November 2016) hieß es nach 50 Minuten 36:19 (20:8) für die Gäste aus Barleben. Der BSV 93 fand einfach nicht in sein Spiel. Barleben agierte cool bis abgezockt. Zum Vermögen der jungen Schiedsrichterinnen gibt es nach BSV-Ehrencodex an dieser Stelle kein Wort. Erstens: Niederlage ist Niederlage. Zeitens: Sieg bleibt Sieg. Drittens: Das Rückspiel kommt.
Barleben ging schnell mit 1:0 in Führung und erhöhte binnen zweier Minuten auf 3:0. Dem ersten Tor der Magdeburger folgte ein erfolgreicher Strafwurf der Barleber zum 4:1. Den BSV-Jungs gelang noch ein 2:4, aber dann schien der ohnehin dünne Faden endgültig gerissen zu sein. Es gab zu viele zu mutige und damit ungenaue Würfe aus der zweiten Reihe, vorne zu viele aufgeregte Aktionen ohne Aussicht auf Tor-Erfolg, hinten eine zu harmlose Abwehr. Nach zwölf Minuten hatte Barleben auf 9:4 für sich erhöht, nach 16 Minuten auf 12:4. Schockstarre bei den BSV-Fans. Die Barleben-Anhänger hingegen schwebten nachvollziehbar im 7. Himmel, trommelten die Halle besinnungslos taub. Einem Tor des BSV folgten in der Regel mindestens zwei oder gar drei der Barleber, so dass es nach 25 Minuten geradezu folgerichtig 8:20 gegen die Heimmannschaft BSV 93 stand.
Die zweite Halbzeit begann wie die erste endete: Barleben mit mehr Power, aber auch – und bitte, das darf geschrieben werden – mit einer riesengroßen Schippe Skrupellosigkeit an der Grenze zur bewussten Ruppigkeit.
Zur Wahrheit gehört auch: Der BSV 93 hatte in der zweiten Hälfte seine guten Phasen – leider zu wenige und zudem viel zu kurze. Der Toreabstand wuchs zunächst nicht auf. In der 33. Minute hieß es 14:25 gegen den BSV. Nach einem verwandelten 7-Meter für den BSV zum 16:27 in der 36. Minute hätte man denken können, dass jetzt so etwas wie Rückenwind einsetzt. Aber weit gefehlt: Barleben hatte seine Antwort parat und zog binnen weniger Minuten auf 33:16 davon. Nach 50 Minuten dann das bittere Ende. Schlusstand: 36:19 für Barleben.
Ja, die Zuschauer sahen ein hart umkämpftes Match. Und ja, die Kampf-Schwingungen auf dem Feld reichten bis auf die Zuschauerränge – in beiden Blocks. Der Beobachter spürte zu viele negative Schwingungen. Und doch bleibt auch richtig: Fast alles blieb im sportlich vertretbaren Bereich. Und ja, man sieht sich immer zweimal in die Augen – in einer Saison. Vielleicht zum Rückspiel dann aber doch mit anderer Schiedsrichteransetzung? Daran sollten beide Teams ein Interesse haben.
Das Spielprotokoll spiegelt nach Sicht des Beobachters nicht wirklich die reale Situation auf dem Feld: Drei Verwarnungen auf jeder Seite, dazu eine für den eigentlich als ausgleichend-friedlich bekannten BSV-Coach des Tages, Dirk Heine. Zudem gab es fünf Herausstellungen von BSV-Spielern und zwei gegen Barleben. Je Mannschaft wurden zwei 7-Meter zuerkannt.
BSV-Aufstellung laut Spielbericht: Felix Rademacher im Tor, als Feldspieler Louis Schneider (6, davon ein 7-Meter), Jonas Wölkerling (4), John Luc Hahn (2), Dominic Bock (1), Tim Hampel (1), Simon Heise (1), Michel Hohmann (1), Maximilian Pietsch (1), Lukas Reimann (1), Finn Rödiger (1), Jonas Ahmed, Vincent Kruggel. Trainer und Betreuer: Dirk Heine, Jens Wölkerling.