Das war Spitze – BSV 93 überzeugt in Aue mit Teamgeist

Das war Spitze – BSV 93 überzeugt in Aue mit Teamgeist

Von Ole Holgerssohn

 

Eine beeindruckende Vorstellung hat der BSV 93 Magdeburg mit seinen Handballern der D-Jugend beim 21. Nickelhütten-Nachwuchsturnier in Aue (5. bis 7. Mai 2016) geboten. Einmal mehr überzeugten Teamgeist, Konzentration, Entschlossenheit und vor allem gelebte Fairness der Magdeburger Truppe – und das nicht allein auf dem Spielfeld. Turnierveranstalter wie Zuschauer waren sich einig: Der BSV 93 Magdeburg hat im sächsischen Aue eine vorzügliche Visitenkarte für den Handballsport aus Sachsen-Anhalt abgegeben. Und Krönung der drei tollen Tage: Die Magdeburger Jungs kehrten mit dem Siegpokal vom international besetzten Ausscheid zurück. Eindeutig: Das war Spitze!

Noch vor dem Anpfiff (für Magdeburg erst am Turniertag Nummer 2) stand die wohl schwierigste Entscheidung an. Aus dem mitgereisten BSV-Kader mussten zwei motivierte Turniermannschaften gebildet werden. Hier gelang vor allem den Jungs selbst Großartiges. Ein Spaziergang zu den Greifensteinen am Morgen des Turnierauftakts brachte zudem Ruhe und trug nicht unentscheidend zur Geschlossenheit der einen Truppe in zwei Teams bei. Trainer, die Wanderung war eine geniale Idee. Zweiter Coup: Die Mannschaft hatte ihren Personal-Masseur dabei: Julians Fingerkünste sollen „mamma mia – atemlos“ geradezu Wunder voll bracht haben.

So ging das Turnier dann los: Die beiden BSV-Teams spielten zunächst in getrennten Gruppen  gegen jeweils fünf andere Mannschaften in der Vorrunde. Besondere Herausforderung: Die Vorrundenspiele fanden in verschiedenen Hallen statt. Gegenseitiges Unterstützen war da nur schwer bis gleich gar nicht möglich, zumal die Verkehrssituation rund um Aue durch Baustellen und eigenwillige Ausschilderungen nicht selten auch zu Irrfahrten verleitete.

Während die Truppe um Kapitän Felix Scheerenberg ihre Staffel mit fünf Siegen geradezu im Durchmarsch unangefochten auf Platz 1 beenden konnte, hatte es die zweite Crew um Einiges schwerer: Die Jungs kämpften tapfer – unter anderem gegen Teams aus Tschechien und Österreich -, mussten aber viel einstecken. Doch: Sie gaben niemals auf. Es flossen viel Schweiß und auch die eine und andere Enttäuchungs-Träne. Dann aber genial: Das Team mit Jonas Scheerenberg als Kapitän gewann das letzte Match überzeugend, nachdem bereits das Spiel zuvor unglücklich, denkbar knapp abgegeben werden musste. Ergebnis war Rang fünf für die Vorrunde.

Nächster Akt: In einer Art Zwischenrunde trafen die Platzierten der beiden Staffeln aufeinander, um die Paarungen für die Endpartien auszuspielen. Für die Magdeburger gab es allen Grund um zu jubeln. Beide BSV-Teams meisterten die Zwischenrunde erfolgreich. In den Finals kam es dann zu Begegnungen mit bereits Bekannten aus der Vorrunde. Die beiden Mannschaften der SG EHV Nieckelhütte Aue standen gegenüber. Der Turniergastgeber hatte zwar den unbedingten Willen zum Siegen. Aber: Aue hatte seine Rechnung ohne die Rot-Grünen aus Magdeburg gemacht.

Beide BSV-Teams wuchsen noch einmal über sich hinaus, spielten erfrischend und vor allem erfolgreich. Die Truppe mit dem Trainergespann Mike Höfer und Lukas Scheerenberg siegte mit 25:17 und wurde damit letztlich Turnier-Neunter. Die Mannschaft mit den Trainern Jens Ziegler und Dirk Heine siegte ebenso, nach anfänglichen Schwächen letztlich gar deutlich mit 29:8. Das bedeutete Platz 1 für das gesamte D-Jugend-Team des BSV 93. Zudem wurde Felix Scheerenberg als bester Feldspieler des Turniers ausgezeichnet. Eine besondere Ehre war, dass der Pokal und die Goldmedaillen von keinem Geringeren als dem international erfolgreichen deutschen Ski-Ass Richard Freitag übergeben wurden. Übrigens: Nicht in Punkte gegossen wurde in Aue die Leistung der jeweils mitgereisten Fans. Aber gefühlt hat auch hier der BSV 93 eindeutig eine Trophäe verdient. Nicht wenige meinten: „12 Points to Magdeburg.“ Darauf ein Sektchen. Und „Danke“ an das Organisationskomitee rund um Dirk Hohmann für die geniale Vorbereitung der Aue-Tour.

Ausdrücklich der BSV 93 Magdeburg an dieser Stelle den Auern für die Einladung zum Turnier sowie dem Organisationsteam der SG Nickelhütte für den rundum reibungslosen Ablauf. Insgesamt waren 37 Mannschaften der männlichen Jugend B, D und C sowie der weiblichen Jugend B und der gemischten Jugend E am Start. Erstmals war der Wettstreit als Leistungsturnier in der männlichen B-Jugend und männlichen C-Jugend ausgetragen worden. Neben Teams aus Deutschland waren auch Mannschaften aus Tschechien und Österreich dabei. In fünf Sporthallen wurde gespielt. Dank gilt seitens des BSV-Teams zu 110 Prozent dem genialen Mannschafts-Masseur Julian Gebe: „Julian, ohne Dich wäre alles nichts!“

Für all jene, die es schon immer mal – nicht allein für den Schulunterricht – wissen wollten: Die Nickelhütte Aue ist eine moderne Produktionsstätte für reine Nichteisenmetalle wie Nickel, Kupfer, Kobalt, Molybdän, Vanadium und Wolfram. Magdeburger Firmen, genau aufgepasst: Die Fabrik in Aue unterhält mit der SG Nickelhütte eine eigene Sportgemeinschaft  mit den Abteilungen Handball, Federball, Triathlon, Taekwondo, Kickboxen und Skispringen. Seit 1995 wird das Nickelhütten-Turnier für Nachwuchs-Handballvereine durchgeführt.

Und wirklich abschließend und speziell, aber nicht nur für die SG Nickelhütte, die in der D-Jugend nicht siegen konnte: Zum Abschlusstag des Nickelhüttenturniers gelang einer anderen Auer Mannschaft ein wichtiger Sieg: Der FC Erzgebirge Aue bezwang die Fortuna in Köln und stellte damit endgültig die Weiche in Richtung Aufstieg in die 2. Bundesliga. Das ist doch mehr als ein Trostpflaster für die Region, oder? Glückwunsch dazu von den Handballern des BSV 93 aus Magdeburg!

Unser goldenes Team von Aue war mit folgenden Spielern und Trainern am Start (alphabetisch): Matti Bittmann, Domenik Bock, David Finger, Julian Gebe, John Luc Hahn, Tim Hampel, Philipp Heine, Michel Hohmann, Kenneth Imm, Lukas Kirschner, Vincent Kruggel, Benneth Müller, Nils Morten Oelze, Ole Paech, Erik Pietscher, Felix Rademacher, Lukas Reimann, Laurin Rockmann, Felix Scheerenberg, Jonas Scheerenberg, Louis Schneider, Emile Simon sowie Cheftrainer Jens Ziegler und die Co-Coches Dirk Heine, Mike Höfer und Lukas Scheerenberg.