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Männliche Jugend C: BSV 93 Magdeburg bestes deutsches Team beim Berliner Ostercup

Der BSV 93 Magdeburg hat mit dem Gewinn des Silberpokals beim international besetzten Berliner Handball-Ostercup 2018 als bestes deutsches Team in der männlichen C-Jugend abgschnitten. Im Finale mussten sich die Magdeburger Jungs um Trainer Jens Ziegler dem Team von Kungälvs HK aus dem Südwesten Schwedens mit 10:16 geschlagen geben.
Insgesamt standen sich am Osterwochenende (31. März bis 1. April 2018) in der männlichen C-Jugend in Berlin zehn Teams in zwei Vorrunden-Gruppen gegenüber. In der Gruppe des BSV spielten neben zwei Mannschaften aus Baden-Württemberg noch je ein Team aus der Schweiz und den Niederlanden.
Fast schon traditionell stolperte der BSV auch an der Spree eher schlecht als recht in das Turnier. Das erste Spiel ging verloren – wenn auch knapp. Gegen den späteren Gruppen-Ersten JSG Neckar-Kocher aus Baden-Württemberg hieß es nach den laut Turnier-Reglement 25 Spielminuten 15:17 gegen den BSV. Zu viele verworfene Bälle vor dem Tor des Gegners kosteten letztlich den Sieg – der durchaus erreichbar schien.
Die drei weiteren Vorrundenspiele konnten die Magdeburger umso überzeugender bestreiten und schlossen somit ihre Vorrunde hinter Neckar-Kocher, die alle Spiele für sich entscheiden konnten, als Zweitplatzierte ab. Gegen das niederländische Team von der H.V. WHC aus Hengevelde hieß es am Ende 25:7 für den BSV 93. Mit 31:9 fiel der Sieg gegen die TSV Neckartenzingen noch deutlicher aus. Den Schlusspunkt für die Vorrunde setzte der 21:7-Erfolg gegen den HC Büelen Nesslau aus der Schweiz.
Im Halbfinale traf der BSV 93 als Zweiter seiner Vorrunden-Gruppe am Ostersonntag im Halbfinale auf die Mecklenburger Stiere, die die andere C-Jugend-Vorrundengruppe als Erstplatzierte absolviert hatten. Die Stiere waren den Magdeburgern als bis in die Zehenspitzen motiviert in Erinnerung. Und die Norddeutschen wurden dem auch in Berlin gerecht. Von der ersten Sekunde an ging es kompromisslos kämpferisch auf dem Feld zur Sache. Als dann die Schiedsrichter in einer unübersichtlichen Situation, als ein Stiere-Spieler unglücklich zu Boden ging und dort auch verletzt liegen blieb, weiterspielen ließen, schwappten die Emotionen bei den Norddeutschen vollends über – im Fanblock, auf der Trainerbank und letztlich leider auch auf dem Spielfeld. Der Stiere-Tormann wurde wegen unsportlichen Verhaltens vom Platz gestellt. Der Stiere-Trainer sah erst gelb, dann rot. Ein Stiere-Spieler trat nach einer abgepfiffenen Aktion nach, was nicht geahndet wurde. Für den sportlichen Wettbewerb war dies alles nicht zuträglich. Aber der BSV bewies einmal mehr, dass er ungeachtet aller Stimmungwidrigkeiten auf und neben dem Feld sein Spiel durchziehen kann. Die Magdeburger kamen erstens immer besser ins Spiel und behielten zweitens einen kühlen Kopf, als es um sie herum brodelte. Letztlich setzten sie sich deutlich mit 16:8 durch. Das bedeutete Finale in der traditionellen Haupthalle des Sportforums von Berlin.
Finalpartner war das Team aus Kungälv / Schweden – 487 Kilometer von Stockholm und 760 Kilometer von Berlin entfernt. Der BSV begann mit großem Respekt. Auch ein wenig Kraft- und Saftlosigkeit schien sich breit zu machen, nachvolziehbar nach dem physisch und vor allem auch psychisch zehrenden Halbfinale gegen die Stiere. Zudem spielten die Schweden fast durchgängig mit einer lupenreinen 6-0-Abwehrvariante, die der deutsche Jugendbereich so nicht kennt. Der BSV fand über weite Strecken nicht in sein Spiel und agierte vor der schwedischen Abwehrmauer zu oft zu hektisch. So war die Finalniederlage schnell absehbar. Am Ende der 25-Wettkampminuten stand es 16:10 für die Schweden und gegen den BSV. Spielerisch trennten beide Mannschaften nicht wirklich sechs Tore. Aber zählbar ist nun einmal nur das, was auch wirklich ins Netz fliegt.
Trotz der Finalniederlage konnten die Magdeburger ihre Heimreise erhobenen Hauptes als beste deutsche Turniermannschaft der C-Jugend antreten. Die Stimmung war durchgängig gut, was auch damit zusammenhängen dürfte, dass wirklich alle mitgereisten Spieler ihre Einsatzzeiten bekommen hatten und so zeigen konnten, welches Potenzial in ihnen steckt. Der eine oder andere Spieler, der bislang eher in der zweiten Reihe stand, dürfte sich so für die Zukunft empfohlen haben.
Übrigens: Neben dem legendären BSV-Fanblock mit Cheftrommler Gerald Rockmann – der am Osterwochenende zudem Geburtstagskind war –  wurde die Mannschaft auch bestens unterstützt von ihrem lädierten Teamkollegen Dominic Bock, der wegen einer Knie-Verletzung für mehrere Wochen nicht zur Verfügung steht, aber dennoch die Reise nach Berlin mit angetreten war.
Das BSV-Team von Berlin: Matti Bittmann, Ole Paech – Jonas Wölkerling, Michel Hohmann, John Luc Hahn, Laurin Rockmann, Vincent Kruggel, Philipp Heine, Tim Hampel, Felix Scheerenberg, Johannes Kersten.
Trainer und Betreuer: Jens Ziegler, Dirk Heine, Jens Wölkerling.