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SALM | Post SV Magdeburg – BSV 93 Magdeburg 32:32 (15:19)

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Bei den der Papierform nach favorisierten Olvenstedtern hatte sich die Personalsituation gegenüber der Vorwoche eher noch verschlechtert – inzwischen war selbst eine Verstärkung aus der A-Jugend krankheitsbedingt nur schwer möglich. Das Team des Post SV brauchte im Abstiegskampf dringend jeden Punkt und war hochmotiviert.

Wie die Mannschaft von Dr. Marita Daum trotz mangelnder spielerischer Qualität erfolgreich sein wollte, wurde von Anfang an klar – Postler Stefan Seel saß bereits seine 2. Zeitstrafe ab, ehe das Schiri-Duo das Kontingent an Verwarnungen ausgeschöpft hatte. Jedoch schaffte es das BSV-Team nicht, aus seiner spielerischen Qualität und den Überzahlsituationen Kapital zu schlagen. Zwar eröffnete der BSV das Torewerfen, doch lief man in der Anfangsviertelstunde stets einem Rückstand hinterher. Erst nach 16 Minuten ging der BSV wieder in Führung (9:10). Torschütze John Bade musste an diesem Tage die Rolle des Spielmachers faktisch im Alleingang füllen. Post konnte zwar zum 12:12 ausgleichen, doch in einer starken Phase mit Paraden von Calvin Kleineidam und 3 Bade-Toren setzten sich die Olvenstedter dann erstmals etwas ab (12:15). Mit Treffern von Falko Nowak, Markus Völkel und einem besonders schönen von Linus Wille brachten die 93er eine 4-Tore-Führung in die Halbzeitpause.

In der zweiten Halbzeit konnten die Gäste diesen Vorsprung anfangs auch halten. In Minute 37 erhielt John Bade nach einem Kontakt in der Abwehr direkt die Rote Karte und verstärkte damit die Sorgen auf der BSV-Bank. Trainer Thorsten Lantzsch sah sich gezwungen, Jakob Siebenwirth zu bringen, der trotz mehrmonatiger Spiel- und Trainingspause extra angereist war, um die Personaldecke zu verstärken. Anfänglich von der Situation scheinbar unbeeindruckt, verteidigten die Olvenstedter ihren Vorsprung, der immer um die 3-4 Tore schwankte. Besonders aus dem Rückraum (Reiske, Völkel, Nowak) blieb man erfolgreich. 5 Minuten vor Schluss lag der BSV noch mit 4 Treffern in Front (28:32). Doch dann riss die Glückssträhne des BSV – jetzt merkte man das Fehlen wichtiger Führungsspieler. Schlecht vorbereitete Würfe und falsche Entscheidungen im Angriff führten zu Ballverlusten, die die nicht aufsteckenden Hausherren nutzten. Auch Paraden von Calvin Kleineidam halfen nicht, da die Gastgeber ihre Angriffsaktionen am Ende doch erfolgreich beendeten. 36 Sekunden vor Ende kassierte man den Ausgleich vom Siebenmeter-Punkt (32:32). Nach einer weiteren Zeitstrafe gegen Post ergab sich 4 Sekunden vor Abpfiff noch die Chance auf den Siegtreffer für den BSV durch einen Rückraumwurf. Doch Post-Spieler Eric Jordan hinderte den besten Werfer des BSV, Robert Reiske, mit einem brutalen Schlag ins Gesicht am Wurf. Da Reiske in der Folge auf dem rechten Auge nichts mehr sehen konnte, trauten die BSV-Trainer von dem verfügbaren Personal nur dem ebenfalls nach einem Schlag ins Gesicht gehandicapten Markus Völkel zu, den jetzt fälligen Strafwurf zu verwandeln. Doch im Duell der Ex-Mannschaftskameraden hatte Ex-BSVler Leo Bauske im Post-Tor das glücklichere Ende für sich. So bleibt ein extrem unschönes Ende eines ohnehin schlechten Liga-Spiels zu konstatieren.

 

BSV 93: Kleineidam, Walter – Bade (6), Bischof (2), Lärm (2), Nowak (4), Reiske (9), Siebenwirth (1), Völkel (5), Wille (3)